Greifswald (ddp-nrd). Das geplante Steinkohlekraftwerk in Lubmin ist nach Ansicht des Direktors des dänischen «Nordischen Zentrums für Erneuerbare Energien», Preben Maegaard, energiepolitisch veraltet. Auf einer Konferenz der «Allianz gegen das Kraftwerk Lubmin» am Montag in Greifswald sagte Maegaard, er könne nicht verstehen, dass Dong Energy, das zu drei Viertel dem dänischen Staat gehöre, sich in Dänemark ein grünes Profil erarbeite und in Lubmin ein Kohlekraftwerk errichten wolle, das es in Dänemark nicht mehr geben würde. Diesen Artikel weiter lesen
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In Dänemark würden seit 1980 Kondenskraftwerke, die Kühlwärme in Wasser oder Luft abgeben, nicht mehr genehmigt. Seit 1990 dürften dort keine Kohleheizkraftwerke mehr gebaut werden.
Eine zukunftsfähige Struktur der Stromerzeugung verlangt laut Maegaard, der auch Mitglied im Weltrat für Erneuerbare Energien ist, dass kleinere Heizkraftwerke dort entstehen, wo die Wärme gebraucht wird. Dänemark habe gute Erfahrungen mit der dezentralen Kraft-Wärme-Kopplung gemacht. 75 Prozent der Raumheizungen würden mit lokal erzeugter Fernwärme versorgt. Das sichere auch niedrige Verbraucherpreise für Energie. Trotz des hohen Anteils von über 20 Prozent der Windkraft an der Stromerzeugung habe Dänemark den fünftniedrigsten Industriestrompreis der 15 europäischen Industriestaaten. Deutschland dagegen habe trotz Atomstroms den fünfthöchsten Preis.
Die «Allianz gegen das Kraftwerk Lubmin», zu der sich mehrere Bürgerinitiativen sowie die Umweltverbände BUND und WWF zusammengeschlossen haben, wollte mit der Greifswalder Konferenz Alternativen für das geplante Steinkohlekraftwerk aufzeigen. Die Region habe Potenzial, sich durch den Ausbau von Erneuerbaren Energien zu entwickeln, zeigte sich der Vorsitzende der Greifswalder Bürgerinitiative und Ausrichter der Konferenz, Oskar Gulla, überzeugt.
(ddp)




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