Frankfurt (ddp-hes). Die ehemalige hessische SPD-Landeschefin Andrea Ypsilanti hat die schnelle Personalentscheidungen der Sozialdemokraten nach der verlorenen Bundestagswahl kritisiert. «Ich hätte mir gewünscht, dass man ein paar Tage länger Zeit gehabt hätte, über Personalfragen zu sprechen», sagte sie dem Hörfunksender HR-Info in Frankfurt am Main. Es sei der Eindruck entstanden, die Partei habe wieder eine neue Führung, «aber noch nicht über die Inhalte diskutiert». Das sei «nicht glücklich» gewesen. Diesen Artikel weiter lesen
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Ferner forderte Ypsilanti, die SPD müsse sich mit der Frage auseinandersetzen, warum ihr «Markenkern soziale Gerechtigkeit beschädigt worden» sei. Unter anderem verlangte sie eine offene und faire Analyse der Agenda 2010. Richtig an der Agenda seien das Ganztagsschulprogramm von vier Milliarden Euro sowie die Zusammenlegung von Arbeitslosen- und Sozialhilfe gewesen. Die Ausgestaltung der Agenda sei jedoch ein «Riesenproblem» gewesen.
Ypsilanti begrüßte, dass der designierte SPD-Chef Sigmar Gabriel und die Kandidatin für das Amt des Generalsekretärs Andrea Nahles das Gespräch mit der Parteibasis suchen wollen. «Ich finde es richtig, dass mal ein paar aus der Berliner Käseglocke an die Basis gehen und sich der Diskussion stellen», fügte sie hinzu.
In dem Interview räumte Ypsilanti auch eigene Fehler bei dem Scheitern der Regierungsübernahme mit Unterstützung der Linken in Hessen ein. Nach der Landtagswahl im vergangenen Jahr habe sich die SPD unter ihrer Führung «nicht genug Zeit genommen, um zu überlegen, wie gehen wir mit diesem Wahlergebnis um». Das werfe sie sich heute vor.
(ddp)




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