Suche

Deutsche Post und ver.di erzielen Tarifeinigung

Berlin/Bonn (ddp). Die Deutsche Post und die Gewerkschaft ver.di haben ihren Streit über die Auslagerung von Zustellleistungen beigelegt. Beide Seiten einigten sich am Freitag darauf, dass es in den kommenden zwei Jahren weiter keine Fremdvergabe in der Briefzustellung geben wird, wie ver.di und die Deutsche Post mitteilten. In der Paketzustellung werde die Fremdvergabe hingegen ausgeweitet. Mit der Einigung wurde ein drohender Streik bei der Post im Weihnachtsgeschäft abgewendet. Diesen Artikel weiter lesen

Darüber hinaus einigten sich die Tarifparteien auch über die Bezahlung für die rund 130 000 Tarifbeschäftigten. Danach soll die bereits vereinbarte Lohnerhöhung um drei Prozent zum 1. Dezember umgesetzt werden. Darüber hinaus ist bis Ende 2011 noch eine Einmalzahlung von 320 Euro vorgesehen. Der Schutz vor betriebsbedingten Kündigungen wurde ebenfalls bis Ende 2011 verlängert. Zudem bleibe die Wochenarbeitszeit bei 38,5 Stunden.

In den rund 7000 Briefzustellbezirken wird die Deutsche Post demnach auch künftig keine Aufträge an Dritte vergeben. Bei der Paketzustellung steigt die Zahl der Bezirke, in denen eine Fremdvergabe möglich ist von 880 auf 990. Im Bereich des Transports zwischen den Briefzentren kann die Post von derzeit 4150 Fahrern weitere 550 durch Dritte ersetzen. Die Deutsche Post rechnet durch die Einigung mit einer Kostenentlastung in Höhe von rund 140 Millionen Euro 2010 und rund 230 Millionen Euro 2011.

Beide Seiten zeigten sich zufrieden mit der Einigung. «Wir sind ausgesprochen zufrieden mit diesem Ergebnis», sagte ver.di-Vize Andrea Kocsis. Gleichzeitig räumte sie ein, dass man sich bereits in Vorbereitungen zu einem Arbeitskampf befunden habe. Der Vorsitzende der Deutschen Post, Frank Appel, sprach von einem «Etappensieg für die Stabilisierung des Briefergebnisses».

ver.di hatte zuvor von der Post eine Ausweitung des Rationalisierungsschutzes für die Postbeschäftigten gefordert. Der Logistikkonzern aus Bonn hatte damit gedroht, die Paket- und Briefzustellung schrittweise an Fremdfirmen auszulagern, sollte ver.di nicht bereit sein, die Wochenarbeitszeit auf 40 Stunden zu erhöhen und die tarifvertraglich vereinbarte Lohnerhöhung von drei Prozent zu verschieben.

(ddp)

Copyright ©2009 Yahoo!, Alle Rechte vorbehalten.

Hinweis: Auf dieser Seite sammeln wir persönliche Informationen. Für weitere Details lesen Sie bitte unsere Hinweise zum Datenschutz: Datenschutzrichtlinien