Frankfurt/Main (ddp). Mit Transnet und GDBA wollen sich die beiden größten deutschen Bahngewerkschaften zusammenschließen. Die Gründung der neuen Gewerkschaft solle frühestens in einem Jahr vollzogen sein, teilten die beiden Organisationen am Freitag in Frankfurt am Main mit. Von dem Zusammenschluss versprechen sich Transnet und GDBA «eine bessere Interessenvertretung der Arbeitnehmer». Die neue Gewerkschaft soll künftig unter dem Dachverband des Deutschen Gewerkschaftsbunds (DGB) geführt werden. Voraussichtlich Ende 2010 sollen Struktur und Name des neuen Verbandes feststehen. Diesen Artikel weiter lesen
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Der Zusammenschluss beider Organisationen stelle ein Novum in Deutschland dar, sagte Transnet-Chef Alexander Kirchner. Erstmals würde sich eine DGB-Gewerkschaft mit einer Beamtengewerkschaft zusammenschließen. Die neue Organisation wolle sich als «breit gefächerte solidarische Interessenvertretung» präsentieren. Nach der bewährten Zusammenarbeit beider Gewerkschaften «in den vergangenen Jahrzehnten», sei nun die Zeit «reif für den nächsten Schritt», fügte er hinzu.
Ein Nebeneinander von Transnet und GDBA habe keinen Sinn mehr gemacht. «60 Jahre der getrennten Arbeit haben unseren Arbeitnehmern nicht geholfen», fügte Kirchner hinzu. Bereits seit 2005 sei mit der Tarifgemeinschaft von Transnet und GDBA ein Fortschritt geglückt.
Die Verschmelzung beider Gewerkschaften werde frühestens in zwölf bis 18 Monaten vollzogen sein, schätzte der GBDA-Vorsitzende Klaus-Dieter Hommel. Bis dahin sollen auch die Struktur und der Name des neuen Verbandes feststehen. «Die Gründung richtet sich gegen keine andere Gewerkschaft», sagte Hommel. Das Ziel sei vielmehr, die Kräfte beider Organisationen zu bündeln, weil die Herausforderungen an Gewerkschaften im Zuge der Wirtschaftskrise noch weiter steigen würden. Gemeinsam könne dabei die Vertretung von Interessen effektiver gestaltet werden.
Die Vorsitzenden von Transnet und GDBA wiesen daraufhin, dass die Fusion gleichberechtigt und auf «Augenhöhe» erfolge. Es gehe nicht darum, dass eine Gewerkschaft die andere übernehme. Bei der GBDA soll ein Gewerkschaftstag im Dezember den Weg für den Zusammenschluss freimachen.
Transnet vertritt nach eigenen Angaben etwa 230 000 Arbeitnehmer organisiert. In der GDBA sind derzeit 40 000 Menschen Mitglied. Neben Transnet und GDBA gibt es als dritte deutsche Bahngewerkschaft noch die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL). Diese will eigenständig bleiben. Allerdings sind Transnet und GDBA eigenen Angaben zufolge zuversichtlich, dass sich die GDL irgendwann der neuen Gewerkschaft anschließend werde.
(ddp)




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