Frankfurt/Main (ddp). Rund eine Woche nach dem Beginn eines unbefristeten bundesweiten Streiks haben die Gebäudereiniger mit den Arbeitgebern überraschend eine Tarifeinigung erzielt. Die Löhne werden zum 1. Januar 2010 in Ost-Deutschland um 3,8 Prozent und in West-Deutschland um 3,1 Prozent angehoben, wie die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) und der Bundesinnungsverband des Gebäudereinigerhandwerks am Donnerstag in Frankfurt am Main mitteilten. Ab 1. Januar 2011 folgen in einer zweiten Stufe Erhöhungen in Höhe von 2,5 Prozent in Ost- und 1,8 Prozent in West-Deutschland. Daneben seien Vereinbarungen zur Arbeitszeitflexibilisierung und Altersversorgung für die bundesweit rund 860 000 Beschäftigten getroffen worden. Diesen Artikel weiter lesen
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Die Stundenlöhne in der untersten Tarifgruppe, die zugleich der neue Mindestlohn in der Branche sein soll, betragen dann 8,55 Euro im Westen und 7,00 Euro im Osten. «Wir haben das ursprüngliche Arbeitgeberangebot vor dem Streik durch den mutigen und starken Einsatz der streikenden Kolleginnen und Kollegen weit übertroffen, der Streik hat sich ausgezahlt», sagte der IG-BAU-Bundesvorsitzende Klaus Wiesehügel. Über das Ergebnis werden die Mitglieder der IG BAU noch in einer Urabstimmung befragt. Danach entscheidet der Bundesvorstand der IG BAU am 9. November abschließend über die Annahme des Tarifpakets.
Auch die Arbeitgeber begrüßten die Einigung. «Wir sind mit dem Ergebnis zufrieden und konnten damit das seit Jahrzehnten bewährte Mindestlohn- und Tarifsystem in unserer Branche erhalten und weiter entwickeln», sagte Verhandlungsführer Bernd Jacke.
Die Einigung war überraschend in den frühen Morgenstunden in Frankfurt am Main erfolgt, nachdem sich die Spitzen der IG BAU am Mittwochmittag mit den Arbeitgebern zu einem Gespräch getroffen hatten. Nachdem zunächst von beiden Seiten betont worden war, dass es sich dabei nicht um Tarifverhandlungen handle, wurde letztlich doch über Lohnerhöhungen gesprochen.
Nachdem die im Januar begonnenen Tarifgespräche im August abgebrochen worden waren, hat die IG BAU nach einer Urabstimmung am Dienstag vergangener Woche zu einem unbefristeten bundesweiten Streik aufgerufen. Der letzte Tarifvertrag für die bundesweit rund 860 000 Gebäudereiniger, der Mindeststundenlöhne von 8,15 Euro im Westen und 6,58 Euro im Osten vorsah, war am 30. September ausgelaufen. Die IG BAU hatte 8,7 Prozent mehr Geld sowie eine Angleichung der Ost-Gehälter an das Westniveau gefordert. Außerdem wollte die Gewerkschaft eine betriebliche Altersvorsorge im Tarifvertrag regeln. Die Arbeitgeber hatten zuletzt 3,0 Prozent mehr für die Beschäftigten in den alten Bundesländern und 3,6 Prozent mehr im Osten geboten.
(ddp)




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