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Göttinger Forschungszentrum simuliert Mars-Atmosphäre

Göttingen (ddp-nrd). Zur Vorbereitung der europäischen Raumfahrtmission zum Mars wird am Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Göttingen derzeit die Marsatmosphäre simuliert. Dabei untersuchten die Forscher, welchen Einfluss die Atmosphäre des Roten Planeten auf eine durchfliegende Landekapsel hätte, sagte Klaus Hannemann vom DLR-Institut für Aerodynamik und Strömungstechnik am Dienstag in Göttingen. Diesen Artikel weiter lesen

Die Marsatmosphäre sei völlig anders als die Luft der Erde, erläuterte Hannemann. Sie bestehe zu 95 Prozent aus Kohlendioxid und sei sehr dünn. Bei den extrem hohen Temperaturen von rund 6000 Grad Celsius setzten chemische Reaktionen ein, welche die Eigenschaften des Gases veränderten. Dies könne die Druckverteilung auf der Kapsel beeinflussen und somit Auswirkungen auf das aerodynamische Verhalten haben, sagte der Wissenschaftler.

Für die Experimente im Auftrag der Europäischen Weltraumorganisation ESA wird der sogenannte Hochenthalpiekanal des DLR genutzt. Der 62 Meter lange Windkanal gilt als eine der wichtigsten europäischen Großanlagen zur Erforschung des Hyperschalls und des Wiedereintritts von Raumfahrzeugen in die Erdatmosphäre.

Im Rahmen der Mission ExoMars will die ESA im Jahr 2016 auf der Marsoberfläche landen und dort wissenschaftliche Experimente vornehmen. Gleichzeitig soll ein Raumfahrzeug den Mars umkreisen, um die Kommunikation zur Erde sicherzustellen. 2018 soll dann unter Führung der US-Raumfahrtbehörde NASA ein europäischer Rover mit einem Bohrer zur Untersuchung des Bodens auf dem Mars abgesetzt werden. Auf dem Mars sind seit fünf Jahren bereits zwei dieser rollenden Roboter der NASA unterwegs.

(ddp)

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