Suche

Rheinisches Fußballderby verläuft ohne größere Zwischenfälle

Mönchengladbach (ddp-nrw). Das rheinische Fußball-Derby zwischen den Bundesliga-Vereinen Borussia Mönchengladbach und dem 1. FC Köln ist am Samstag weitgehend ruhig verlaufen. Aufgrund des starken Polizeiaufgebotes habe es vor und nach dem Spiel keine größeren Zwischenfälle in Mönchengladbach gegeben, sagte ein Polizeisprecher. Allerdings wurde ein Marsch von rund 700 Borussia-Fans durch die Innenstadt von der Polizei gestoppt. Die Personen wurden dann mit Bussen zum Stadion gebracht. Die Partie endete unentschieden 0:0. Diesen Artikel weiter lesen

Ähnliche Fotos/Videos

Erstmals war vor dem Fußball-Bundesligaspiel ein flächendeckendes Alkoholverbot erlassen worden. So durften zwischen 9.00 und 15.30 Uhr weder Kioske noch Supermärkte, Getränkemärkte oder Gaststätten Alkohol verkaufen. Das Verbot erstreckte sich über rund 140 Straßen in Mönchengladbach. Mitgebrachter Alkohol durfte auf offener Straße nicht getrunken werden.

Vor der Partie hatte die Polizei Mönchengladbach rund 130 sogenannten Problemfans aus Köln das Betreten des Stadtgebiets von Mönchengladbach untersagt. Nach Angaben der Kölner Polizei hatten viele FC-Fans bereits vor der Abfahrt in Gaststätten reichlich Alkohol getrunken. Anschließend stellten sich die FC-Anhänger zu einem martialischen «Gruppenfoto» auf der Domtreppe auf. Einer der Fans, der dabei einen Leuchtkörper zünden wollte, wurde festgenommen.

An der von der Polizei eingerichteten Kontrollstelle im Kölner Hauptbahnhof wurden zwei weitere Männer festgenommen, unter anderem, weil einer der beiden eine Bierflasche auf die Beamten geworfen hatte. Hier musste sich die Polizei mit Reizgas Respekt verschaffen.

Die Kölner Fans wurden ab dem Mittag vom Hauptbahnhof in Rheydt mit Shuttle-Bussen zum Stadion gefahren. Als die Busse das Mönchengladbacher Stadion erreichten, warfen einige Gladbach-Fans Steine gegen die Busse. Die Polizei setzte Pfefferspray ein und drängte eine Gruppe von rund 250 Personen zurück. Zwei jugendliche Mönchengladbacher im Alter von 16 und 17 Jahren kamen in Gewahrsam. Durch das konsequente Eingreifen der Polizei konnten größere Zusammenstöße verhindert werden, hieß es.

Bei den vorangegangenen Aufeinandertreffen der beiden Clubs hatten verfeindete Fangruppen für schwere Krawalle, zerstörte Busse und Bahnen sowie Schlägereien gesorgt.

Der Bundesvorsitzende der Deutschen Polizeigewerkschaft (DPolG), Rainer Wendt, begrüßte am Sonntag das Einsatzkonzept: «Fußball und Alkohol in der Öffentlichkeit müssen grundsätzlich voneinander getrennt werden». Nur so könne man Ausschreitungen dauerhaft in den Griff bekommen.

«Es ist nicht einzusehen, dass betrunkene Horden durch unsere Innenstädte ziehen und öffentliche Nahverkehrsmittel verwüsten, nur weil ein Fußballspiel stattfindet», sagte Wendt, der auch NRW-Landeschef der Polizeigewerkschaft ist. Das Alkoholverbot in Mönchengladbach sei eine mutige und richtige Entscheidung gewesen, die die Arbeit der Polizei erleichtert hat.

Jetzt komme es darauf an, dass die Veranstalter auch in anderen Städten davon lernen: «Der Fußball muss entalkoholisiert werden, dann sinkt auch die Gewalt.»

(ddp)

Copyright ©2009 Yahoo!, Alle Rechte vorbehalten.

Hinweis: Auf dieser Seite sammeln wir persönliche Informationen. Für weitere Details lesen Sie bitte unsere Hinweise zum Datenschutz: Datenschutzrichtlinien