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Bischof Müller soll angeblich in den Vatikan wechseln

Regensburg (ddp-bay). Die Gerüchte halten sich hartnäckig, eine offizielle Bestätigung bleibt aber weiter aus: Zum wiederholten Mal wird in Medienberichten ein bevorstehender Wechsel des Regensburger Bischofs Gerhard Ludwig Müller in die römische Kurie angekündigt. Ende April hatte das Nachrichtenmagazin «Focus» unter Berufung auf Vatikan-Mitarbeiter einen entsprechenden Bericht verbreitet, am Donnerstag nun meldete auch der Bayerische Rundfunk unter Verweis auf «gut unterrichtete Kirchenkreise», Müller werde Nachfolger von Kardinal Walter Kasper als Präsident des Rats zur Förderung der Einheit der Christen. Diesen Artikel weiter lesen

Nach Informationen des Radiosenders Bayern 1 soll die Ernennung Ende November erfolgen, sieben Jahre nach der Bischofsweihe Müllers. Wie vor einem halben Jahr dementierte die Diözese zwar auch dieses Mal: «Wir können nur sagen, es liegen absolut keine Informationen vor», sagte Bistumssprecher Clemens Neck auf ddp-Anfrage und fügte hinzu: «Es ist nach unseren Informationen ein reines Gerücht.»

Vielen Beobachtern aber scheint es dennoch gut möglich, dass der Regensburger Oberhirte aus Regensburg «weggelobt» werden könnte, um mehr Ruhe in der Diözese einkehren zu lassen. Der 61-Jährige hatte in den vergangenen Jahren in der Öffentlichkeit immer wieder in der Kritik gestanden, unter anderem wegen seiner Reform der Laiengremien und für sein Krisenmanagement im Missbrauchsfall durch den Ex-Pfarrer von Riekofen. So wurde Müller seinerzeit als möglicher Kandidat für die Nachfolge des Münchner Kardinals Friedrich Wetter gehandelt, als wahrscheinlicher aber galt stets ein Wechsel in den Vatikan.

Müller steht seit 2002 an der Spitze der Diözese Regensburg und ist Vorsitzender der Ökumenekommission der Deutschen Bischofskonferenz. Der 61-Jährige ist ein anerkannter Theologe und hat in Rom bereits eine Reihe Funktionen inne: Ende 2007 wurde er zum Mitglied der Internationalen Theologenkommission ernannt; im Dezember berief ihn Kardinal Kasper für die vierte Dialogphase in der «Internationalen Lutherisch/römisch-katholischen Kommission für die Einheit» zum katholischen Vorsitzenden. Und im Januar ernannte ihn Benedikt XVI. auch noch zum Mitglied im Päpstlichen Rat für die Kultur.

Wie sehr der Papst den Regensburger Bischof schätzt, zeigt auch, dass er Müller mit der Herausgabe seiner Gesammelten Schriften beauftragt hat. Müller, der wie Benedikt XVI. vor seiner Bischofsweihe Professor für Dogmatik war, hat dazu im vergangenen Jahr eigens das Institut Papst Benedikt XVI. eingerichtet.

Beobachter gehen davon aus, dass Kardinal Kasper bald in Ruhestand gehen könnte. Der ehemalige Bischof von Rottenburg-Stuttgart, der seit 2001 Präsident des für Ökumenefragen zuständigen Rats zur Förderung der Einheit der Christen ist, wird im Frühjahr 77 Jahre alt.

(ddp)

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