Berlin (ddp). Die konjunkturelle Erholung in Deutschland hat sich nach Ansicht des Bundesfinanzministeriums im dritten Quartal beschleunigt. Allerdings bleibe die Gesamtwirtschaft gerade im Vergleich zum Vorjahr auf einem niedrigen Niveau, hieß es im am Donnerstag veröffentlichten Monatsbericht. Diesen Artikel weiter lesen
Impulse für die weitere Erholung im Zeitraum zwischen Juni und September seien vor allem von den Exporten und dem privaten Konsum gekommen. Im zweiten Quartal war das deutsche Bruttoinlandsprodukt um 0,3 Prozent gestiegen, nachdem es in den vier vorangegangenen Quartalen gefallen war.
Für das produzierende Gewerbe zeigten die Indikatoren eine Aufwärtsbewegung. Wegen des im Vorjahresvergleich niedrigen Produktionsniveaus dürften die Kapazitäten jedoch «erheblich unterausgelastet» bleiben. Dies stelle «weiterhin ein erhebliches Risiko für die weitere Beschäftigungsentwicklung dar», hieß es weiter.
Der private Konsum dürfte wegen der Rentenerhöhung zum 1. Juli, der geringen Teuerung sowie entlastender Maßnahmen des Konjunkturpaketes voraussichtlich auch im dritten Quartal gestiegen sein. Entscheidend für eine Fortsetzung der Aufwärtstendenz der privaten Konsumausgaben sei jedoch die weitere Beschäftigungsentwicklung.
Mit Blick auf den Arbeitsmarkt hieß es, dass dieser sich weiterhin überraschend robust zeige. Der Beschäftigungsabbau sei vor allem dank der Kurzarbeiterregelung bislang vergleichsweise moderat verlaufen. Allerdings dürfte deren Bedeutung 2010 nachlassen. Daher sei mit einer Verschlechterung der Situation zu rechnen.
Wegen der schneller und deutlicher als erwartet eingetretenen Wirtschaftserholung hält das Bundesfinanzministerium es inzwischen für möglich, dass die für 2009 geplante Nettokreditaufnahme von 49,1 Milliarden Euro «deutlich unterschritten werden kann».
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