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Verfüllen und Sichern von Morsleben

Morsleben (ddp-lsa). Das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) sieht die Sicherheit des Endlagers für radioaktive Abfälle in Morsleben (Landkreis Börde) gewährleistet. BfS-Präsident Wolfram König betonte am Mittwoch bei einem Besuch der Lagerstätte in etwa 500 Meter Tiefe, auch in Zukunft werde keine Gefahr für Mensch und Umwelt vom Endlager ausgehen. Im unterirdischen Lager Morsleben, das seit 1970 besteht und stillgelegt werden soll, befinden sich etwa 36 700 Kubikmeter niedrig- und mittelradioaktive Abfälle mit überwiegend kurzlebigen Radionukliden. Diesen Artikel weiter lesen

Tief in der Erde türmen sich in großen Kammern des Salzstockes die gelben Fässer mit den Abfällen. Wie Blechbüchsen an einer Wurfbude von Jahrmärkten sind die Tonnen gestapelt - teilweise bis unter die Decke. Schilder warnen vor dem Betreten bestimmter Bereiche. Baumaschinen transportieren Braunkohleasche, mit der Lücken verfüllt werden.

Es gehe darum, die gesamte Schachtanlage so sicher wie möglich zu gestalten und Gefahren auszuschließen, erklärte König und fügte hinzu, es müsse vor allem ein Eindringen von Wasser verhindert werden. Die Sicherheit an der Oberfläche und die Einhaltung von Grenzwerten sollen so für künftige Generationen dauerhaft gewährleistet werden, sagte er und wies auf die Behälter, in denen die Abfälle lagern, die zu 45 Prozent aus Kernkraftwerken der DDR und zu 37 Prozent aus denen der Bundesrepublik sowie aus Forschungsreaktoren, der Medizin und von anderen Kleinanwendern aus der Industrie stammen.

Der Präsident blickt voraus. Das Bundesamt will bei der Stilllegung des Endlagers das stark durchlöcherte Bergwerk mit Salzbeton und zusätzlichen Abdichtungen verfüllen. Bestimmte Bereiche, wie etwa jene, in denen Abfälle lagern, und die beiden Schächte und Verbindungsstrecken sollen durch zusätzliche Sperren verstärkt und abgedichtet werden.

König sagte, er rechne damit, dass nach einer Genehmigung der Schließung eine endgültige Stilllegung des einstigen Salzbergwerks 15 bis 20 Jahre dauern werde. Ziel sei eine «Grüne Wiese» und letztendlich ein überwachungsfreies Endlager. Bis es soweit ist, müssten die unterirdischen Anlagen weiter gesichert und vorbereitet werden. Allein seit 2003 wurden rund 800 000 Kubikmeter in 23 Hohlräumen vor allem mit Salzbeton verfüllt, um die Stabilität der Grube deutlich zu verbessern. Betroffen davon waren ausschließlich leere Räume.

Von Donnerstag an bis zum 21. Dezember liegen die Unterlagen des BfS zur geplanten Schließung des Endlagers öffentlich aus. Man wolle auf diese Weise eine größtmögliche Transparenz und breite Diskussion erreichen. «Wir brauchen das Vertrauen der Bevölkerung», erklärte König und meint, damit stehe und falle das gesamte Verfahren.

Billig wird das Vorhaben nicht. Das Bundesamt in Salzgitter rechnet mit Gesamtkosten von 2,2 Milliarden Euro, die bis zur endgültigen Schließung ausgegeben werden müssen. Angesichts dieser Belastung sprach sich die umweltpolitische Sprecherin der Grünen-Bundestagsfraktion, Sylvia Kotting-Uhl, für eine Beteiligung der AKW-Betreiber an Stilllegungskosten aus. «Am einfachsten ginge das über eine Brennelementesteuer, die wir seit längerem fordern», sagt sie. Rund 40 Prozent der eingelagtern Stoffe stammten aus westdeutschen AKWs von privaten Energieversorgungsunternehmen, aber die Steuerzahler würden für die Endlagerung zur Kasse gebeten. Das sei völlig inakzeptabel.

(ddp)

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