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Jung und ambitioniert: Mode aus Leipzig - Kreative präsentieren sich auf Messe Designers' Open - Stadt hofft auf EU-Förderprogramm --Von

Leipzig (ddp.djn). Vom Glamourfaktor Berlins ist Leipzig zwar noch entfernt. Jenseits der Hauptstadt hat sich indes eine unabhängige Modeszene entwickelt: vielfältig und auf der spannenden Suche nach einer eigenen Identität. Zur Profilschärfung dieser Szene trägt die Designmesse Designers' Open bei, die von Donnerstagabend bis Sonntag in Leipzig stattfindet. Für mitteldeutsche Modemacher ist die Messe Diskussionsplattform und Verkaufsfläche. Diesen Artikel weiter lesen

Eine der Designerinnen ist Anna-Magdalena Wendt. Die 26-Jährige entwirft für ihr Label Aempersand im eigenen Atelier im Leipziger Zentrum. Wendt hat Modedesign an der Westsächsischen Hochschule in Schneeberg studiert: «Dort habe ich mein Handwerk gelernt.» Ihren eigenen Stil fand sie während des Studiums an der renommierten dänischen Designschule Kolding und als Praktikantin beim Berliner Modelabel c.neeon. Wendts Designtheorie: «Ich arbeite gern mit klaren Formen und habe für meine aktuelle Kollektion Chiffre natürliche Stoffe wie Leinen, Baumwolle und Seide in marineblau, lindgrün und lichtgrau verarbeitet».

Architekturfotos und Naturaufnahmen inspirieren ihre künstlerische Arbeit, Mode dagegen nicht: «So entstehen keine neuen Ideen». Wendts Schaffen ist reflektiert und ambitioniert. Berlin ist keine Option: «In Leipzig sind mein Atelier und meine Kundschaft.» Deshalb sieht sie die Designer's Open als «wahnsinnige Bereicherung». Ihr Ziel: Aempersand deutschlandweit zu positionieren.

So weit sind Anne Kämpfe und Eve Weigt noch nicht. Beide debütieren in diesem Jahr beim «Walk on air», der Modenschau, mit ihrer erst 2009 gegründeten Modelinie Liselotte. Ihre erste Kollektion ist eine Hommage an die 1950er Jahre: Kostüme aus schwarz-weißem Pepitastoff, weite Marlenehosen, rote Miedergürtel und Seidenblusen im Retro-Stil. Die 26-jährige Kämpfe und ihre 34-jährige Kollegin Weigt schätzen den Einstieg über eine «Riesenplattform» wie die Designers' Open: «Dadurch gelangen wir direkt zu unseren Kunden. In den nächsten beiden Jahren können wir uns einen eigenen Laden vorstellen».

Doch der Markt für Modedesigner ist in Leipzig überschaubar. Der Sprung in die Freiberuflichkeit ist ein finanzielles Wagnis, denn die Zahl potenzieller Abnehmer ist begrenzt. «Die direkte Monetarisierung für Leistungen der Kreativwirtschaft wie in Frankfurt oder München fehlt», sagt Stadt- und Wirtschaftsgeograf Bastian Lange, der seit Jahren zur Kreativwirtschaft forscht. Designer müssen sich deshalb national oder international orientieren. Das konsequente Bekenntnis zu Leipzig sei trotzdem allgegenwärtig.

Doch Lange warnt: «Leute aus der Kreativwirtschaft, die in Leipzig bleiben und nicht abwandern wollen, werden zu wenig unterstützt». Nicht nur die finanzielle, sondern vor allem die strategische Hilfe sei ausbaufähig. Mit den Designers' Open gebe es bereits eine wichtige Schnittstelle zwischen Kunst und Markt, betont der Kreativitätsforscher. Ein Kulturwirtschaftsbericht für Leipzig sei erforderlich. Wirtschafts- und Kulturamt der Stadt beraten derzeit über ein solches Papier.

Zudem könnte Leipzig eine «Kreativkommission» installieren, mit der die Förderung der Kreativwirtschaft direkt beim Oberbürgermeister angesiedelt wäre: «Das darf nicht irgendwo versacken», sagt Lange. Vorbild sei Mannheim, wo ein Popkulturbeauftragter im Rathaus sitzt.

Im November fällt die Entscheidung über einen Antrag, mit dem Leipzig von der EU als «Creative City» gefördert werden würde. Sollte dieser bewilligt werden, «ginge es Anfang 2010 richtig los», sagt Kulturamtschefin Susanne Kucharski-Huniat. Die Stadt Leipzig bekäme dann bis September 2012 insgesamt 500 000 Euro. 75 Prozent würde die EU beisteuern, die Stadt müsste 25 Prozent aufbringen. Geld, das in die Kreativwirtschaft fließen soll und von dem dann auch Designerinnen wie Anna-Magdalena Wendt, Eve Weigt und Anne Kämpfe profitieren könnten.

ddp.djn/wtr/jwu

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