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Umfrage sieht Vertrauensschwund für Seehofer

München (ddp). Der CSU-Vorsitzende Horst Seehofer hat offenbar bei den Wählern deutlich an Vertrauen verloren. Eine am Mittwoch veröffentlichte Forsa-Umfrage ergab, dass nur noch 49 Prozent der CSU-Anhänger Seehofer vertrauen. Im Juli waren es noch 56 Prozent. Forsa-Chef Manfred Güllner sagte: «Mittlerweile muss in Zweifel gezogen werden, ob Seehofer die CSU aus den aktuellen Schwierigkeiten herausführen kann.» Diesen Artikel weiter lesen

Insgesamt vertrauen den Angaben zufolge in Deutschland nur 41 Prozent der Wähler dem CSU-Chef. Das sind vier Prozentpunkte weniger als im Juli. Bundeswirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) konnte sich dagegen von 61 auf 63 Prozent verbessern. Damit liegt er auf dem zweiten Platz hinter Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) mit 66 Prozent.

Bayerns Umweltminister Markus Söder (CSU) wandte sich gegen Mutmaßungen, dass er gemeinsam mit Guttenberg Seehofer stürzen könnte. Dies sei «Unsinn». Söder fügte hinzu: «Dauernde Personaldebatten schaden uns doch nur.» Die CSU brauche «jetzt wieder mehr Kameradschaft und Mannschaftsgeist».

Söder versicherte, Seehofer habe seine «volle Unterstützung» und bleibe «die Nummer eins der CSU». Der frühere CSU-Generalsekretär verwies drauf, dass Seehofer die Partei «in schwerer Zeit übernommen und zusammengehalten» habe. Er betonte: «Ohne ihn wären wir im vergangenen Jahr zerfallen.»

Der Vorsitzende der Jungen Union in Bayern, Stefan Müller, mahnte ebenfalls: «Es ist nicht die Zeit für Personal- und Führungsdiskussionen in der CSU.» Er sehe dafür «auch keine Notwendigkeit».

Müller verwies in einem ddp-Interview darauf, dass das schlechte Ergebnis der CSU bei der Bundestagswahl in November aufgearbeitet werden soll. Mit einer reinen Analyse und «theoretischen Debatten über Glaubwürdigkeit» sei es jedoch «nicht getan». Es komme vielmehr darauf an, dass die CSU «durch konkretes politisches Handeln Vertrauen zurückgewinnt». Der CSU-Bundestagsabgeordnete fügte hinzu: «Entscheidend ist jetzt, dass das, was wir in unserem Wahlaufruf aufgenommen haben, sich im schwarz-gelben Koalitionsvertrag wiederfindet.»

Müller sieht «keinen Imageverlust» für Seehofer wegen des Scheiterns der Rettungsbemühungen für Quelle. Das Vorgehen des bayerischen Ministerpräsidenten sei «alternativlos» gewesen. Deshalb sei Seehofer auch «nicht beschädigt». Müller betonte, er könne «nur davor warnen, jetzt wegen der Quelle-Insolvenz eine künstliche Debatte zu erzeugen».

Die «Passauer Neue Presse» hatte zuvor ein namentlich nicht genanntes CSU-Vorstandsmitglied mit dem Satz zitiert: «Seehofer gab bei Quelle keine gute Figur ab.» Ein anderes Mitglied des Gremiums habe gesagt: «Das ist eine weitere Kerbe in der Glaubwürdigkeit Seehofers.»

(ddp)

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