Berlin/München (ddp.djn). Genau fünf Milliarden Euro hat sich die Bundesregierung die Abwrackprämie kosten lassen. Knapp zwei Millionen Pkw wurden mit dieser staatlichen Hilfe verkauft. Während so der Absatz für Neu- und Jahreswagen in der Wirtschaftskrise angekurbelt wurde, spürte der Gebrauchtwagenmarkt in diesem Jahr eine deutliche Kaufzurückhaltung. Und auch für 2010 bleiben die Händler mit Blick auf die Gebrauchten skeptisch. Zwar bestünden durchaus Chancen auf eine Verbesserung, doch bleibe es auf jeden Fall schwierig. Diesen Artikel weiter lesen
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«Rabatte und Nachlässe werden bleiben», sagt Nikolas Deskovic von Autoscout24. Festige sich die wirtschaftliche Erholung, sei er optimistisch. «Dann war auch die Abwrackprämie gut», sagt er.
Der Bundesverband freier Kfz-Händler (BVfK) erwartet eine Erholung des Gebrauchtwagenmarktes, allerdings auf niedrigem Preisniveau. Laut einer Verbandserhebung rechnet ein Fünftel der Befragten 2010 mit steigenden Erlösen, mehr als die Hälfte jedoch mit sinkendem Umsatz.
In Deutschland gab es laut dem Autoscout24-Portal 2008 zwischen 6,3 Millionen und 6,5 Millionen sogenannte Besitzüberschreibungen. Seit Anfang 2009 seien Angebotsmenge und -preise im Schnitt jeweils um acht Prozent gesunken, sagt Deskovic. Da die Internetplattform aber nur Händler und Käufer miteinander zusammenbringe, sei der zwischen ihnen ausgehandelte Deal letztlich nicht bezifferbar.
Während manches Autohaus dank der Abwrackprämie bereits im ersten Quartal seinen angepeilten Jahresabsatz abgewickelt hat und auch Autoscout24 zeitweise eine Vervierfachung des Interesses an Neu- und Jahreswagen registrierte, litten die Gebrauchthändler. Bei der Onlinebörse wurden deren Angaben zufolge kaum noch Pkw unter 1000 Euro angeboten. Lieber veredelten die Besitzer diese Fahrzeuge mit der Abwrackprämie. BVfK-Geschäftsführer Ansgar Klein sagte, dass im Februar und März «in einigen Segmenten fast nichts mehr» gegangen sei.
Die Menge der um 2500 Euro angebotenen Fahrzeuge sei dagegen stabil geblieben, durch Rückgänge im oberen Preissegment anteilig sogar gestiegen, sagt Deskovic. Dagegen seien Fahrzeuge für mehr als 6000 Euro «durch die Krise gebeutelt» gewesen. Denn ab dieser Summe habe es dank Rabattschlachten und Abwrackbonus schon Neuwagen gegeben. Der BVfK fasst die Spanne der schwer verkäuflichen Wagen mit 5000 bis 10 000 Euro etwas weiter. Mit dem Ende der Prämie habe sich laut Autoscout24 und BVfK die Nachfrage nach Gebrauchten wieder normalisiert.
Auch der Zentralverband des Kraftfahrzeuggewerbes berichtet für den Gebrauchtwagenhandel von leichten Rückgängen. Händler hätten sich wegen des Käuferansturms infolge der Umweltprämie lieber auf den Neuwagenabsatz konzentriert, sagte Sprecher Ulrich Köster unter Verweis auf Zahlen des Kraftfahrtbundesamtes.
Für die Gebrauchtwagenhändler gab es jedoch noch mehr Sorgen. Die Fahrzeuge standen länger auf den Höfen und das koste Geld. Zudem seien zusätzliche Rabatte nötig, um sie wieder verkaufen zu können, sagt Deskovic. Darüber hinaus schmerzte vielfach die in der Regel einige Jahre im Voraus vereinbarte Rücknahme von Leasing-Fahrzeugen zu Festpreisen.
In der Folge schloss in den ersten sieben Monaten rund ein Fünftel mehr Händler und Service-Betriebe als im Vorjahreszeitraum, wie die «Automobilwoche» am Wochenende berichtete. Zur Verschärfung der Situation habe dabei ungewollt auch die Umweltprämie beigetragen. Laut dem Bericht mussten wegen der schleppenden Auszahlung des Bonus´ Händler vielfach in Vorkasse gehen - und hätten sich übernommen.
(ddp)



