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Zwei Frauen und ein Baby

Berlin (ddp). Das Spielfilmdebüt von Regisseurin Julia von Heinz war auf der Berlinale 2007 zu sehen, gewann 2008 den Spezialpreis der Jury des Toriono International Gay & Lesbian Film Festivals und erhielt 2009 den Deutschen Fernsehpreis in der Kategorie Bester Kinder- und Jugendfilm: Jetzt kommt «Was am Ende zählt» zwar ins Fernsehen, versteckt wird die kleine Perle aber im späten Abendprogramm. Am Freitag ist die einfühlsame Geschichte um früh geplatzte Träume, Freundschaft und Liebe zweier junger Mädchen um 21.00 Uhr auf Arte zu sehen. Der Regisseurin ging es dabei nicht um eine Coming-Out-Geschichte: «Da sind einfach die beiden, da ist mehr als Freundschaft, aber es ist keine Beziehung in dem Sinne», sagt sie. Diesen Artikel weiter lesen

Die 18-jährige Carla (Paula Kalenberg) ist von zu Hause weggelaufen, um in Frankreich auf eine Modeschule zu gehen. Doch weit kommt sie nicht: Schon auf dem Bahnhof werden all ihre Habseligkeiten gestohlen und sie strandet bei einer Gruppe junger Leute, darunter Lucie (Marie Luise Schramm), die ihr Hilfe anbietet. Lucie lebt schon seit längerer Zeit ohne festen Wohnsitz und jobbt für den zwielichtigen Rico (Vinzenz Kiefer). Um Geld für die Weiterreise zu verdienen, nimmt auch Carla einen Job bei ihm an und schläft wie Lucie auf einem alten Schiff. Eine kurze Affäre mit Rico hat Folgen, denn Carla ist schwanger. Sie will das Kind auf keinen Fall, sondern weiter nach Lyon, um zu studieren.

Da macht ihr Lucie, mit der sie rasch eine tiefe Freundschaft verbindet, ein unglaubliches Angebot: Carla soll das Kind unter Lucies Namen entbinden und Lucie will es dann an sich nehmen. Das ehemalige Heimkind wünscht sich nichts sehnlicher als eine Familie. Carla lässt sich auf den Plan ein. Die beiden jungen Frauen ziehen zusammen in die verkommende Wohnung eines Junkies und organisieren ihren Alltag in großer Vertrautheit gemeinsam. In Heimarbeit fertigen die von einem Sozialarbeiter betreuten Mädchen kitischige Puppen mit goldenen Locken, um ihren Lebensunterhalt zu finanzieren. Krasser könnte der Gegensatz zu ihrem eigenen Leben nicht sein.

Als das Baby da ist, ist Carla nicht mehr bereit, die kleine Tochter ihrer Freundin zu überlassen. Doch an diesem Kind hängt Lucies ganze Harmonie, die Welt, die sie sich immer schon gewünscht hat. Also müssen beide Frauen eine andere Lösung finden. «Ich würde dennoch sagen, dass es von Anfang an eine Liebesgeschichte ist», sagt die Regisseurin. Aber es gebe eben nicht viele Filme über lesbische Paare. «Und es wäre schön, wenn der Film eine Lanze dafür bricht, dass zwei Frauen genauso gut miteinander ein Kind aufziehen können wie andere Paare.»

Die beiden starken jungen Hauptdarstellerinnen wissen ganz genau, was am Ende zählt: «Dass man in den Situationen, wo es wirklich darauf ankommt, füreinander da ist.» Und Regisseurin Julia von Heinz fügt hinzu: «Das Zusammenstehen finde ich wichtig. Das wollte ich auch letztlich sagen mit dem Filmtitel, dass diese beiden Mädchen gegen alle Widrigkeiten zusammenstehen.»

(ddp)

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