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Harter Tarifkonflikt bei Gebäudereinigern

Berlin (ddp). Der Tarifkonflikt im bundesweiten Gebäudereinigerhandwerk spitzt sich zu. Rund 2200 Reinigungskräfte in 134 Gebäuden beteiligten sich am Dienstag bundesweit am ersten unbefristeten Streik, wie die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) in Berlin erläuterte. Die Arbeitsniederlegungen sollen unter dem Motto «Schmutziger Herbst» so lange fortgesetzt werden, bis die Arbeitgeber ein «verhandlungsfähiges» Angebot vorlegen. Die zeigten sich indes unbeeindruckt. Diesen Artikel weiter lesen

Die im Januar begonnenen Gespräche waren im August abgebrochen worden. Der letzte Tarifvertrag für die bundesweit rund 860 000 Gebäudereiniger, der Mindeststundenlöhne von 8,15 Euro im Westen und 6,58 Euro im Osten vorsah, war am 30. September ausgelaufen. Die IG BAU fordert 8,7 Prozent mehr Geld sowie eine Angleichung der Ost-Gehälter an das Westniveau. Außerdem will die Gewerkschaft eine betriebliche Altersvorsorge im Tarifvertrag regeln.

«8,7 Prozent ist relativ hoch, aber es sind lediglich 71 Cent mehr pro Stunde», verteidigte IG-BAU-Verhandlungsführer Frank Wynands die Forderung. Zudem gebe es keine Branche, in der «so gut verdient» werde, wie im Gebäudereinigerhandwerk. So habe die Branche im vergangenen Jahr trotz der allgemeinen Wirtschaftskrise einen Beschäftigungszuwachs sowie einen Gewinn von 1,5 Milliarden Euro verzeichnet, wovon die Beschäftigten nicht einmal 20 Prozent erhalten hätten.

Die Arbeitgeberseite zeigte sich unbeeindruckt von den Arbeitsniederlegungen. «Wir nehmen sie zur Kenntnis», sagte der Geschäftsführer des Bundesinnungsverbandes des Gebäudereiniger-Handwerks, Johannes Bungart, der Nachrichtenagentur ddp. «Die große Mehrzahl unserer Kunden kann heute und auch in den kommenden Tagen mit sauberen Gebäuden rechnen», fügte er hinzu. Grundsätzlich sei man auf Grundlage des aktuellen Angebotes «gesprächsbereit».

Zuletzt hat der Verband 3,0 Prozent mehr für die Beschäftigten in den alten Bundesländern und 3,6 Prozent mehr im Osten geboten. Anlass für ein neues Angebot sieht er nicht. Dem für den 28. Oktober geplanten Spitzengespräch mit Vertretern der IG BAU sieht er «vorsichtig optimistisch» entgegen.

Ihre Arbeit verweigerten die Reinigungskräfte am Dienstag beispielsweise in Bürogebäuden, an Flughäfen, in Altenheimen oder an Bundesgebäuden, wie etwa dem zum Bundestag gehörenden Paul-Löbe-Haus in Berlin. «Wir wollen bewusst zeigen, wo wir überall streiken können», erläuterte der IG-BAU-Regionalleiter für Berlin-Brandenburg, Rainer Knerler. In den kommenden Tagen und Wochen wolle man nicht sagen, wo wie lange gestreikt werde. «Die Arbeitgeber sollen oft überrascht werden», sagte Knerler. «Wir streiken so lange, bis die andere Seite mit einem vernünftigen Angebot an den Verhandlungstisch zurückkehrt».

(ddp)

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