Frankfurt/Main (ddp). Rund 1000 Reinigungskräfte haben sich am Dienstagmorgen bundesweit am ersten unbefristeten Streik bei den Gebäudereinigern beteiligt. Mit Beginn der jeweiligen Frühschichten sei es außerdem wie geplant in nahezu allen Bundesländern zu Arbeitsniederlegungen gekommen, teilte die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) in Frankfurt am Main mit. In zahlreichen Büros, öffentlichen Verwaltungen und Krankenhäusern sei «der Dreck liegen geblieben», Flugzeuge müssten verschmutzt oder verspätet abheben. Diesen Artikel weiter lesen
Die IG BAU will mit der Aktion den Auftakt für einen «unbegrenzten Arbeitskampf» in der Branche geben. Die Vorsitzende der Gebäudereiniger, Susanne Neumann, verteidigte die Arbeitsniederlegungen. «Wir haben miserable Arbeitsbedingungen. Wir haben in den letzten Jahren wirklich stillgehalten», sagte sie im ZDF. «Die Firmen werden immer frecher, da wird eine Leistung von 400 Quadratmetern in der Stunde gefordert, das schafft kein Mensch», erläuterte sie. Die Frauen opferten ihre Freizeit, um das zu schaffen. «Der Drill wird immer schlimmer. Und jetzt ist einfach mal Schluss.»
Ziel der IG BAU ist es nach eigenen Angaben, den Bundesinnungsverband des Gebäudereiniger-Handwerks wieder an den Verhandlungstisch zu zwingen. Die im Januar begonnenen Gespräche der Tarifpartner waren im August abgebrochen worden. Der aktuelle Tarifvertrag für die bundesweit rund 860 000 Gebäudereiniger war zum 1. Oktober ausgelaufen. Die IG BAU fordert eine Lohnerhöhung von 8,7 Prozent sowie eine Angleichung der Ost-Gehälter an das Westniveau. Außerdem will die Gewerkschaft eine betriebliche Altersvorsorge im Tarifvertrag regeln.
ddp.djn/rab/kos




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