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Wasserbüffel grasen im Unteren Odertal

Criewen (ddp-lbg). Wasserbüffel sind seit der letzten Eiszeit nicht mehr im Unteren Odertal gesehen worden. Bis der Gartzer Landwirt Wolfgang Dehnert Mitte Juni 2009 im Nationalpark Unteres Odertal in Kooperation mit dem Nationalpark-Förderverein die Tiere auf einer Weide südlich von Gartz ansiedelte. Seit Donnerstag beschäftigen sich über 70 Experten aus Deutschland und Polen auf einer zweitägigen Tagung mit der Rolle, die Wasserbüffel und andere Wiederkäuer wie Heckrinder oder Wisente künftig in Großschutzgebieten spielen könnten. Diesen Artikel weiter lesen

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Das Interesse an der Konferenz, die von der Criewener Umweltakademie veranstaltet wird, ist groß. «So gut besucht war eine Tagung hier noch nie», sagt Ansgar Vössing vom Nationalpark-Förderverein, der maßgeblich am Zustandekommen der Tagung beteiligt war. Die Bandbreite der Themen reicht von der kulturgeschichtlichen Entwicklung von Weidelandschaften in Deutschland über das Verhalten von Weidetieren im polnischen Nationalpark Warthemündung bis hin zum Einsatz von Tieren zur Landschaftspflege im Unteren Odertal.

Wasserbüffel im Odertal anzusiedeln, habe Sinn, sagt der Vorsitzende des Nationalparkfördervereins, Thomas Berg. Das Gebiet werde künftig stärker unter Wasser stehen als jetzt. «Wo Rinder dann nicht mehr weiden können, haben Büffel eine gute Lebensgrundlage», sagt er. Neben Wasserbüffeln sollen hier bald auch Heckrinder angesiedelt werden. Diese gelten als Nachzucht des ausgerotteten Auerochsen.

Die Tiere könnten in der künftigen Schutzzone II des Nationalparks weiden, auf der noch naturverträglich landwirtschaftlich gewirtschaftet werden darf. Das hätte zwei positive Aspekte, befindet Berg: Zum einen würden die Grünflächen durch die Tiere kurz gehalten - die Aufgabe der Landschaftspflege würde durch Heckrinder und Büffel übernommen. Zum anderen böten sich für die Landwirte der Region interessante wirtschaftliche Alternativen.

Auch im polnischen Nationalpark Warthemündung bei Kostrzyn (Küstrin) wird erprobt, Rinder für die Landschaftspflege einzusetzen. Bei wissenschaftlichen Untersuchungen stellte Piotr Nowakowski vom Institut für Tierzucht der Universität Wroclaw (Breslau) fest, «dass die frei weidenden Tiere, die sich ihre eigenen Wege wählen, einen sehr guten Gesundheitszustand hatten». Die Büffel, die seit Juni im Odertal stehen, seien ebenfalls nicht nur gesund, sondern auch sehr fortpflanzungsfreudig, berichtet Landwirt Wolfgang Dehnert. Im Sommer kamen vier Wasserbüffelkälber zur Welt.

Für den Leiter des Nationalparks Unteres Odertal, Dirk Treichel, hingegen ist die Ansiedlung der Wasserbüffel im Odertal nur ein Nebenthema. «Man kann das machen. Es ist auf den Flächen der Schutzzone zwei auch gut für den Erhalt der geschützten Wiesenbrüter, die kurz gehaltene Wiesen brauchen. Das können aber auch andere Tiere wie Schafe oder Rinder erledigen», sagt Treichel.

In den künftigen Wildnisgebieten, die vor allem von höheren Wasserständen betroffen sein werden, hätten die Büffel dagegen nichts zu suchen. «Denn da wird die Natur sich selbst überlassen. Und die Wasserbüffel sind keine Tiere, die von Natur her in der Region unterwegs sind», sagt Treichel: «Sie wurden durch Menschen in das Odertal gestellt.»

(ddp)

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