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Zuwandererkinder haben schlechtere Chancen auf Arbeitsmarkt

Berlin/Paris (ddp). Nachkommen von Einwanderern haben in Deutschland deutlich schlechtere Chancen auf dem Arbeitsmarkt als junge Leute ohne ausländische Wurzeln. Das ergab eine Studie der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD), die am Donnerstag in Paris vorgestellt wurde. Die Unterschiede beim Joberfolg gibt es danach auch, wenn die Migranten in der «zweiten Generation» das gleiche Bildungsniveau haben wie ihre deutschen Altersgenossen. Diesen Artikel weiter lesen

Laut Studie sind Geringqualifizierte unter Migrantenkindern in Deutschland deutlich überrepräsentiert. In der Altersgruppe der 20- bis 29-Jährigen sei der Anteil der jungen Leute ohne Abitur oder abgeschlossene Berufsausbildung bei Nachkommen von Einwanderern doppelt so hoch wie in der gleichen Altersgruppe ohne ausländischen Hintergrund. Im niedrigqualifizierten Arbeitsmarkt seien sie gut integriert, nicht aber bei den Jobs für Akademiker oder Facharbeiter - auch wenn sie die nötigen Voraussetzungen mitbringen.

So haben in Deutschland laut Untersuchung 90 Prozent der 20- bis 29-jährigen hochqualifizierten Männer ohne ausländischen Hintergrund einen Arbeitsplatz. Bei der vergleichbaren Gruppe mit Zuwanderergeschichte seien es dagegen nur 81 Prozent.

In Deutschland sind Nachkommen von Migranten im Handel und im verarbeitenden Gewerbe besonders stark vertreten. Deutlich unterrepräsentiert sind sie dagegen in der öffentlichen Verwaltung. Hier seien nur drei Prozent der 20- bis 29-Jährigen aus Zuwandererfamilien beschäftigt, stellten die OECD-Experten fest. Bei jungen Erwachsenen ohne ausländischen Hintergrund liege der Anteil dagegen bei zehn Prozent. Derart große Unterschiede habe es in keinem anderen der 16 untersuchten OECD-Länder gegeben.

Grünen-Chef Cem Özdemir forderte angesichts der Ergebnisse eine grundlegende Modernisierung des deutschen Bildungssystems. Gerade Kinder aus Zuwandererfamilien bräuchten endlich bessere Bildungschancen. Dazu sei ein längeres gemeinsames Lernen nötig, eine bessere und frühere Kleinkindbetreuung und eine individuelle Förderung in der Schule. Özdemir kritisierte auch den geringen Anteil an Migranten in deutschen Behörden. «Die öffentliche Verwaltung darf keine Parallelgesellschaft sein», mahnte er. Auch dort müsse sichtbar werden, «dass wir in einem modernen Einwanderungsland leben».

(ddp)

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