Gera (ddp-lth). Weil er 1000 kinderpornografische Bilddateien aus dem Internet heruntergeladen hat, ist ein 41-Jähriger am Mittwoch vom Amtsgericht Gera zu drei Monaten Haft auf Bewährung verurteilt worden. Zudem muss der Mann 2000 Euro an eine Geraer Institution für Kinder in Not bezahlen. Damit blieb das Gericht unter der von der Staatsanwaltschaft geforderten Haftstrafe von sechs Monaten auf Bewährung. Aus Sicht der Deutschen Kinderhilfe fiel das Urteil zu mild aus. Diesen Artikel weiter lesen
Das Gericht sah es als erwiesen an, dass der Geraer im Juni 2006 in einem Internetforum vorsätzlich Bilddateien mit kinderpornografischen Inhalten heruntergeladen hatte. Mindestens 1000 Aufnahmen von Kindern unter 14 Jahren sowie Kleinkindern im Säuglingsalter seien auf seiner Festplatte bei einer Hausdurchsuchung sichergestellt worden.
Der 41-Jährige gab an, dass er dem Reiz des Verbotenen erlegen sei. Er betonte, dass es sich dabei um eine einmalige «Sache» gehandelt habe. Das Gericht ging dagegen von einer pädophilen Neigung des Mannes aus. Er bestritt dies aber vehement. Die Kammer mahnte den Angeklagten, dass die Kinderpornomafia für Menschen wie ihn arbeite und die Kinder, die für solche Bilder missbraucht würden, ein Leben lang darunter leiden müssten.
Der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Kinderhilfe, Georg Ehrmann, sagte in Berlin, nicht einmal in diesem «eklatanten Fall» sei das mögliche Straßmaß von zwei Jahren Haft ausgeschöpft worden. Er forderte den Gesetzgeber dazu auf, die Höchststrafe für das Herunterladen pädokrimineller Dateien auf fünf Jahre anzuheben. Schließlich könne schon der Download von Hollywood-Filmen mit bis zu drei Jahren Haft bestraft werden.
Der Angeklagte war den Beamten des baden-württembergischen Landeskriminalamtes bei einer Großoffensive gegen kinderpornografische Internetforen im Mai 2007 ins Netz gegangen.
Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.
(ddp)




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