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Luxusartikel für Hunde boomen

Frankfurt/Main (ddp-hes). Ein großes braunes Plüschkissen im «Louis Vuitton»-Design ist derzeit der letzte Schrei in der Hundeboutique von Christine Kallnik in Frankfurt: Seitdem das Hundebett namens «Chewy Vuiton» vor ein paar Wochen unter anderem in den Magazinen «Gala» und «Bunte» als neuestes Accessoire von Hotelerbin Paris Hilton zu sehen war, ist es unter den Kunden des Geschäfts «Poochieglamour» heiß begehrt. Rund 160 Euro kostet das Kissen und liegt damit - wie Kallnik sagt - «in der unteren bis mittleren Preisklasse» ihres Hundeluxusladens. Die Wirtschaftskrise ist in ihrem Geschäft nicht angekommen. Diesen Artikel weiter lesen

Die Preise des Sortiments reichen bis zu 3600 Euro für ein vergoldetes Hundebett. Nicht selten kauften Kunden im Laden für bis zu 1000 Euro, sagt die 28-jährige Inhaberin. Die Leute ließen sich ihre Hunde etwas kosten. Seit drei Jahren betreibt sie «Poochieglamour», vor rund zwei Monaten ist die Boutique aus dem Frankfurter Stadtteil Sachsenhausen in die Innenstadt gezogen. Das Geschäft läuft gut: Unweit der Goethestraße gelegen, zieht es immer mehr Kunden der Luxuseinkaufsstraße in ihren Laden.

Auswirkungen der Krise spürt sie nicht, im Gegenteil. «Für meine Kunden ist ihr Tier ein Familienmitglied, sie sparen eher bei sich selbst und verzichten schon mal auf ein neues Kleidungsstück», berichtet Kallnik. Die Artikel, die sie verkaufe, seien alle zweckmäßig, sollten aber auch schön aussehen: «Jemand, der sich selbst für 500 Euro eine Handtasche kauft, dem ist auch ein Hundehalsband aus Nappaleder für 200 Euro nicht zu teuer.»

Die Sprecherin des Zentralverbands Zoologischer Fachbetriebe (ZZF), Anja Schreiber, bestätigt: «Es werden immer mehr Premiumprodukte verkauft, die Zahl der Boutiquen nimmt zu.» Gleichzeitig seien die Deutschen in ihrem Kaufverhalten für Hunde praktisch veranlagt. «Besonders gefragt sind Regenschutzmäntel oder Halsbänder mit Reflektorleuchten», sagt sie. Extreme Trends wie auf dem amerikanischen oder asiatischen Markt blieben den Hundebesitzern hierzulande jedoch in der Regel fremd: «Die wenigsten Menschen färben ihren Hunden Strähnchen ins Haar.»

Doch Kallnik verkauft auch Artikel, die bei manchen Menschen für Kopfschütteln sorgen. Das Parfum »Chien Chic de Paris« etwa, das nach Erdbeeren durftet. Die 28-Jährige kauft alle ihre Prdukte in den USA ein. Einmal im Jahr reist sie zur sogenannten Pet Fashion Week nach New York: Auf einem Laufsteg führten Hundemodels die neuesten Trends vor. Viele der angesagten Neuheiten bringt Kallnik mit nach Frankfurt: Von rosa T-Shirts mit der Aufschrift «My mom´s a single» über mit Strass-Steinchen besetzte Halsbänder bis hin zu gelben Trekking-Schuhen für Hunde ist alles dabei.

Als ausgefallen bezeichnet Kallnik Produkte wie beispielsweise das «Travel Peppermint Set»: ein Kulturbeutel für Hunde, der Shampoo, Conditioner, Deo, einen Badeschwamm und eine Duftkerze beinhaltet - «damit das nasse Hundefell keinen unangenehmen Duft in Hotelzimmern hinterlässt». Oder die Seife «La Chihuahua», die Hund und Besitzer mit «einem zarten Duft nach Lilie, Mimose, Tuberose und lieblichen Veilchen verzaubert», wie es auf der Verpackung heißt. Besonders stolz ist die 28-Jährige auf die neue Hunde-Pflegeserie der Trend-Marke Paul Mitchell: 15 Euro kostet beispielsweise das «Tearless Puppy & Kitten Shampoo», das Welpen und kleinen Katzen nicht in den Augen brennt.

Nach Überzeugung von Schreiber ist der Kauf teurer Tierprodukte auch Ausdruck für den hohen Stellenwert des Tierschutzes. «Die Besitzer wollen, dass es ihren Hunden richtig gut geht«, sagt die Verbandssprecherin. Die Grenze verlaufe dort, wo die Produkte den Tieren schadeten. Für Hundeparfums hat sie kein Verständnis. Der Hund müsse sich immer noch selbst riechen können, betont sie.

Kallnik selbst besitzt eine Mischlingshündin, die sie vor ein paar Jahren aus einem Thailand-Urlaub mitgebracht hat. Schon bevor sie «Poochieglamour» eröffnete, kaufte sie für das Tier in den USA ein: schicke Regenjäckchen und ausgefallene Halsbänder.

(ddp)

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