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Forschen für bessere Nahrungsmittel

Quakenbrück (ddp-nrd). Es ist ein infernalischer Lärm, wenn im Deutschen Institut für Lebensmitteltechnik (DIL) eine 20 000 Volt-Schockwelle abgefeuert wird. Der gewaltige Stromstoß reicht aus, um Fleisch innerhalb von Sekundenbruchteilen reifen zu lassen. Unter herkömmlichen Verarbeitungsbedingungen in einer Metzgerei würde dieser Vorgang rund eine Woche dauern. Diesen Artikel weiter lesen

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Im Technikum des DIL in Quakenbrück sind solche lautstarken Experimente keine Seltenheit. «Wir erforschen hier unter realistischen Bedingungen, was man mit Lebensmitteln machen kann, sagt Institutsleiter Volker Heinz - etwa wie sich einzelne Produkte und deren Verarbeitung verbessern lassen und welche Möglichkeiten sich daraus für Erzeuger, Handel und Endverbraucher ergeben.

Zurzeit muss in den Räumlichkeiten des bereits seit 1983 bestehenden Instituts bei einer Nutzfläche von 2900 Quadratmetern noch unter arg beengten Verhältnissen gearbeitet werden. Wegen der großen Bedeutung des DIL für die Lebensmittelforschung und -technik wird derzeit aber kräftig angebaut. In diesen Tagen feiert man am DIL Richtfest für den ersten Erweiterungsbau. Sind die neuen Räumlichkeiten erst einmal fertiggestellt, wird sich die Fläche des Instituts in Quakenbrück auf dann 6000 Quadratmetern erstrecken.

Bis dahin erinnert das Technikum des Instituts allerdings noch an eine Mischung aus Physiklabor, Großküche und Maschinenhalle: 120 Mitarbeiter, darunter 40 Wissenschaftler, arbeiten hier mit- und nebeneinander an den unterschiedlichsten Wegen zur Verbesserung und Modifizierung von Nahrungsmitteln.

Als ein aktuelles Beispiel nennt Institutsleiter Heinz die Forschungen zum Thema Milch. «Selbstverständlich ist es auch uns nicht möglich, aus dem Produkt Milch etwas anders zu machen, als was es schon auf dem Markt gibt. Wir experimentieren hier also nicht an einem ´Superquark´», sagt Heinz schmunzelnd, fügt aber hinzu: «Was wir machen können, ist den Rohstoff Milch in seine Bestandteile aufzuspalten und die einzelnen Komponenten wie beispielsweise Fette oder Zucker auf ihre Verwendungsmöglichkeiten hin zu untersuchen.» Ein Weg, der für Volker Heinz eine denkbare Lösung wäre, den gegenwärtigen Überschuss auf dem europäischen Milchmarkt nutzbringend abzubauen.

Doch nicht nur aktuelle Probleme werden in Quakenbrück untersucht. Mit modernster Laborausstattung werden Wege gesucht, Lebensmittel besser, haltbarer oder leichter verarbeitbar zu machen. So stehen in der technischen Abteilung Prototypen der unterschiedlichsten Geräte und Maschinen zur optimierten Lebensmittelfertigung: Neben neu konstruierten Extrudern zur Herstellung von Getreideflocken arbeiten Versuchsanordnungen zur absolut gleichmäßigen Belegung industriell hergestellter Pizzen, während in einem Nebenraum mit Drücken von bis zu 6000 bar Fleisch absolut keimfrei gemacht wird, ohne dabei das Aussehen oder den Geschmack des Produktes zu verändern.

All diese unterschiedlichen Geräte und Anlagen, die sich schon in der praktischen Anwendung bewährt haben, entstammen nicht nur der Denkfabrik des DIL, sie werden auch direkt vor Ort bis zur Serienreife gefertigt. «Wir sind in der glücklichen Lage, hier alles vom Becherglas bis zur komplexen Produktionsmaschine am Ort fertigen zu können», sagt Institutsleiter Heinz.

Bald werden die Mitarbeiter des DIL ihre Labors und Büros in den neu errichteten Institutsgebäuden beziehen können. Doch schon jetzt denkt Volker Heinz schon wieder weiter: «Wir arbeiten zurzeit daran, hier das Zentrum des europaweiten Forschungsnetzwerkes Hightech Europe zu installieren.» Sinn und Zweck dieses seit Anfang 2009 existierenden Netzwerkes ist es, die Kompetenzen der in Europa vorhandenen Lebensmittelforschung zu harmonisieren und damit die Landwirtschaft und Industrie für den globalen Wettbewerb nachhaltig zu stärken.

(ddp)

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