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Ostrom erhält Nobelpreis für Theorie über den Umgang mit Gemeingut

Stockholm (ddp.djn). Aus der Mitteilung der Königlichen Schwedischen Akademie der Wissenschaften über die Verleihung des Nobelpreises für Wirtschaft an die US-Wissenschaftlerin Elinor Ostrom: Diesen Artikel weiter lesen

«Viele Naturressourcen wie Fischvorkommen, Weiden, Wälder, Seen und Grundwasser werden als Gemeingut verwaltet. Das heißt, dass viele Nutzer Zugang zu diesen Ressourcen haben. Wenn wir die Verschlechterung unserer natürlichen Umwelt stoppen und die Wiederholung der vielen Zusammenbrüche der Naturressourcen in der Vergangenheit verhindern wollen, sollten wir Schlussfolgerungen aus den Erfolgen und Misserfolgen des Umgangs mit den Naturressourcen ziehen. Ostroms Arbeit gibt uns neues Wissen über die grundlegenden Mechanismen der Kooperation in der menschlichen Gesellschaft.

Es ist vielfach nahegelegt worden, dass Gemeinschaftseigentum exzessive Nutzung von Ressourcen bedeute, und dass es daher ratsam sei, diese Nutzung entweder durch Regierungseingriffe wie Steuern oder Quoten oder durch Privatisierung zu verringern. Die theoretische Begründung dafür ist einfach: Jeder Nutzer wiegt den privaten Nutzen gegen private Kosten ab und lässt dabei die negativen Auswirkungen auf andere außer acht.

Auf der Grundlage einer Vielzahl empirischer Studien über die Verwaltung von Naturressourcen ist Elinor Ostrom jedoch zu der Erkenntnis gekommen, dass Gemeingut oft überraschend gut gemanagt wird. Das Standardargument gegen das Gemeingut ist daher zu stark vereinfacht. Es berücksichtigt nicht die Tatsache, dass die Nutzer selbst Regeln schaffen und anwenden können, die eine Überausbeutung verhindern. Das Standardargument vernachlässigt ebenso die mit Privatisierung und Regulierung durch eine Regierung verbundenen praktischen Schwierigkeiten.»

(Übersetzung: ddp)

ddp.djn/mwo/mbr

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