Berlin (ddp). Jelena hat sogar schon zwei Teile: ein Polo-Shirt mit dem Logo der Hochschule und ein einfaches T-Shirt mit dem Namen ihres Fachbereichs. Sie ist 25 und studiert im neunten Semester Wirtschaftswissenschaften an der Humboldt-Universität zu Berlin. Mit Beginn des ersten Semesters vor vier Jahren hat sie sich mit der passenden Uni-Kleidung ausgestattet. Diesen Artikel weiter lesen
Ähnliche Fotos/Videos
«Ich war neu an der Uni und sehr stolz, dass sie mich angenommen hatten. Da habe ich mir gleich zwei Shirts gekauft. Es ist wirklich cool, sie in der Stadt und vor meinen Freunden aus der Schule zu tragen», sagt die Studentin im ddp-Gespräch. Nach außen seine Zugehörigkeit zu einer anerkannten Universität zu demonstrieren, war für die Berlinerin ein wichtiges Motiv.
In der Wirtschaft ist das «Branding» schon lange etabliert: T-Shirts, Tassen und Schlüsselbänder werden mit dem Design des Unternehmens versehen. Der Vertrieb von Merchandising-Artikeln soll das Image stärken. Auch deutsche Universitäten verstehen sich zunehmend als Unternehmen, die sich als eigenständige Marken profilieren wollen.
Das sei ein Ergebnis der Studienreform, sagt die Professorin für Modedesign der privaten Hochschule für Design und Informatik Berlin (MDH), Antje Osterburg. «Mit der Umstellung auf Bachelor und Master wollte man eigentlich die Studiengänge vereinheitlichen. Doch das Gegenteil ist der Fall: Die Bachelor-Abschlüsse sind wesentlich vielfältiger und weniger zu vergleichen», sagt Osterburg. «Es wird daher immer wichtiger, an welcher Uni man studiert hat und wofür sie steht.»
Sich als Hochschule mit Profil zu präsentieren, spielt auch für die Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin (HTW), eine große Rolle. «Es liegt uns viel daran, als Marke wahrgenommen zu werden», sagt HTW-Sprecherin Gisela Hüttinger. «Wir nutzen daher jede Gelegenheit, um uns in unseren Shirts zu zeigen, ob auf Messen, Festen oder anderen Veranstaltungen.»
Repräsentative Zwecke waren auch für die Freie Universität zu Berlin der Grund, in die Herstellung von Merchandising-Produkten zu investieren. «Gerade wenn die Universität auch international arbeitet, ist es wichtig, sie nach außen präsentieren zu können», sagt Dchi-Young Yoon, Geschäftsführerin der ERG Universitätsservice GmbH, die die FU mit den Uni-Waren beliefert.
Die Nachfrage bei den Studenten sei in den vergangenen Jahren stetig gestiegen, sagt Yoon. Die Ursache sieht sie in einem generellen Wertewandel in der Gesellschaft. «Es spielt wieder eine größere Rolle, sich zu etwas zugehörig zu fühlen.« Nicht unwesentlich sei auch die Auszeichnung der FU als Elite-Universität gewesen.
Für die Zukunft plant die FU, einen zweiten «Unishop» zu eröffnen und das Sortiment um Schreibwaren zu erweitern. Mit Besonderheiten innerhalb der Produktpalette versuchen sich die Hochschulen voneinander zu unterscheiden. So bietet die Beuth Hochschule für Technik Berlin seit kurzem einen Einkaufs-«Beuthel» an, die HTW bedruckte Strampler für den Nachwuchs. An der MDH gibt es eine hauseigene Laptoptasche und die Humboldt-Universität arbeitet an einer ganz eigenen Kollektion.
«Statt die T-Shirts wie alle Unis aus einem Katalog zu bestellen und mit unserem Logo zu versehen, entwerfen wir demnächst unsere eigenen Schnitte», sagt Roman Kandler, Leiter der Merchandising-Abteilung der Humboldt-Innovation GmbH. Ziel sei es, die Individualität der Universität zu steigern. Uni-Mode gibt es an der Humboldt-Uni bereits seit 1994. Sie gilt als erste Berliner Hochschule mit einem eigenen Shop, dem «Humboldtstore» im touristennahen Hauptgebäude Unter den Linden.
Doch nicht an jeder Hochschule ist das Geschäft mit der Uni-Kleidung ein Erfolg. Nach der Schließung ihres Shops bietet die HTW ihre Produkte nur noch online an. Auch der Laden der Technischen Universität Berlin ist derzeit geschlossen. Zukünftig soll er jedoch mit neuen Produkten wieder eröffnet werden. Das Merchandising der Hochschulen ist kein Gewinngeschäft. «Wir gehen mit einem Plus-Minus-Null hier raus», sagt Kandler von der Humboldt-Uni. «Vielen Studenten ist die Kleidung einfach noch zu teuer», sagt Yoon von der ERG.
(ddp)




Frankfurt/Main (AFP) - Der langjährige Moderator der ARD-"Tagesthemen", Ulrich Wickert, hat die Nachrichtensendungen von ARD und ZDF als inhaltlich und sprachlich schlecht kritisiert.
Flusspferde töten Krokodil