München (ddp). In der Diskussion über eine mögliche Verlagerung der Versicherungsaufsicht von der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) zur Bundesbank hat sich der Vorstandsvorsitzende des Rückversicherungskonzerns Münchener Rück, Nikolaus von Bomhard, mit Kritik zu Wort gemeldet. Die Finanzkrise habe gezeigt, dass die Versicherungsaufsicht der BaFin «für wirkungsvollen Verbraucherschutz und Stabilität des Versicherungssektors gesorgt hat. Dieses Erfolgsmodell sollte beibehalten werden», sagte er am Donnerstag in München. «Daher halten wir die Integration der Versicherungsaufsicht in die Bundesbank für den falschen Schritt.» Diesen Artikel weiter lesen
Versicherer hätten «ein fundamental anderes Geschäftsmodell als Banken». Versicherungsaufsicht könne daher nicht nach den Regeln der Bankenaufsicht funktionieren. Aus diesem Grund werde es auch auf europäischer Ebene getrennte Aufsichtsbehörden für Banken und Versicherungen geben.
Union und FDP wollen die Entscheidung über die künftige Versicherungsaufsicht in Deutschland möglicherweise verschieben. Zur strittigen Frage, ob die Versicherungsunternehmen wie die Banken künftig durch die Bundesbank beaufsichtigt werden, solle es im Koalitionsvertrag eine «offene Formulierung» geben, berichtete die «Financial Times Deutschland» (Freitagausgabe) unter Berufung auf Kreise der künftigen Koalition. Dies solle der Regierung die Möglichkeit geben, die Zuständigkeit für die Versicherungsaufsicht gegebenenfalls zu einem späteren Zeitpunkt auf die Bundesbank zu übertragen.
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