Dresden (ddp-lsc). Sachsens langjähriger Landtagspräsident Erich Iltgen (CDU) ist am Freitag mit einem Festakt verabschiedet worden. Der frühere Ministerpräsident Kurt Biedenkopf (CDU) würdigte den 69-Jährigen als «das demokratische Gewissen des Freistaates». Aus den Händen von Regierungschef Stanislaw Tillich (CDU) erhielt Iltgen das von Bundespräsident Horst Köhler verliehene Große Verdienstkreuz mit Stern. Diesen Artikel weiter lesen
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Als Mann der ersten Stunde habe sich Iltgen um den Wiederaufbau des Landes nach der Wiedervereinigung verdient gemacht und den Anspruch Sachsens als Land der friedlichen Revolution untermauert, sagte Biedenkopf, der von 1990 bis 2002 Ministerpräsident des Freistaats war. Iltgen habe dazu beigetragen, dass die Sachsen stolz auf sich sein könnten. Dies zeige sich auch durch den seit 1992 jährlich ausgerichteten Tag der Sachsen. Das größte Volks- und Heimatfest im Freistaat gehe auf eine Initiative Iltgens zurück, sagte Biedenkopf.
An dem Festakt im Plenarsaal nahmen mehrere Hundert Gäste teil. Iltgens Amtsnachfolger Matthias Rößler (CDU) würdigte in seiner Festrede die Bedeutung des Runden Tisches während der Wendemonate, den Iltgen im Bezirk Dresden moderiert hatte. Vor allem seine Fähigkeit zur Versöhnung, seine Gewissenhaftigkeit und sein Durchsetzungsvermögen hätten ihn ausgezeichnet, betonte Rößler. Dem fügte Biedenkopf noch eine vierte Eigenschaft hinzu: «die heitere Art zu leben» - trotz manchen Ärgers im politischen Alltag. Tillich sagte, Iltgen sei «Präsident aller Abgeordneten» gewesen und habe «über Parteigrenzen hinweg an der Zukunft Sachsens" gebaut.
Tillich verwies zudem darauf, dass Iltgen vor 20 Jahren «sein eigenes Schicksal wie das seines Landes in die Hand genommen» und damit «den Freistaat Sachsen mit aus der Wiege gehoben» habe. In seiner Dankesrede zeigte sich Iltgen gerührt von den Komplimenten. Die Fortführung seines Auftrages sehe er bei Nachfolger Rößler in guten Händen. Der Ex-Minister war am Dienstag bei der konstituierenden Sitzung des fünften sächsischen Landtags zum Parlamentspräsidenten gewählt worden. Iltgen hatte zur Sachsen-Wahl am 30. August nicht mehr für den Landtag kandidiert.
Iltgen stand seit Oktober 1990 insgesamt 19 Jahre lang an der Spitze des Parlaments. Er war damit zuletzt der dienstälteste aktive Landtagspräsident bundesweit. Viermal wählte ihn der Landtag zu seinem Präsidenten - zuletzt im Oktober 2004 hatten mindestens 23 Abgeordnete der damaligen Opposition für ihn gestimmt und lediglich zehn Volksvertreter gegen ihn votiert.
(ddp)




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