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Frisches Blut für die Berliner Parteien

Berlin (ddp-bln). Die Bundestagswahl hat den Berliner Parteien viele neue Mitglieder beschert. Sowohl Gewinner als auch Verlierer des Urnengangs können sich über teils kräftigen Zuwachs freuen. Die mit Abstand meisten Eintritte zählt die Berliner SPD, die am vergangenen Sonntag Verluste im zweistelligen Bereich hinnehmen musste. Diesen Artikel weiter lesen

Von Sonntagabend bis Donnerstagmittag hat es nach Angaben von Parteisprecherin Daniela Augenstein rund 220 Parteieintritte gegeben. Etwa 200 Personen hätten online beim Landes- oder Bundesverband einen Antrag gestellt. Bisher zählte die Berliner SPD knapp 16 000 Mitglieder.

«Wir freuen uns, wenn Menschen gerade in einer für die SPD schwierigen Zeit Solidarität zeigen und uns unterstützen», sagte die Sprecherin. Die Berliner SPD hatte bei der Wahl Verluste von mehr als 14 Prozentpunkten und schnitt damit noch schlechter ab als die Sozialdemokraten auf Bundesebene.

Die zu den Gewinnern der Bundestagswahl gehörende Berliner Linkspartei verbucht ebenfalls viele Neuzugänge. Von Sonntagabend bis Donnerstagabend seien in der Landesgeschäftsstelle rund 100 Aufnahmeanträge eingegangen, sagte Parteisprecher Thomas Barthel. Hinzu kämen noch einige Parteieintritte über die Kreisverbände. Die Linke zählt derzeit mehr als 9000 Mitglieder.

«Wir freuen uns über die personelle Verstärkung, zumal die meisten Neuzugänge junge Leute sind», sagte Barthel. Viele Sympathisanten hätten bei Veranstaltungen im Wahlkampf Mitglieder besser kennengelernt und nach der Wahl den schon länger geplanten Schritt vollzogen. Zugleich wollten einige vermutlich auch angesichts der schwarz-gelben Koalition auf Bundesebene das linke Lager stärken.

Die Berliner Linkspartei hatte bei der Bundestagswahl im Vergleich zu 2005 um rund 4 Prozentpunkte zugelegt und kam wie die SPD auf 20,2 Prozent. Nach absoluten Zahlen wurde sie sogar zweitstärkste Partei vor den Sozialdemokraten.

Auch die FDP hat sich personell verstärkt. Von Sonntagabend bis Donnerstagabend hätten etwa 30 Menschen einen Aufnahmeantrag eingereicht, sagte Landesgeschäftsführerin Sybille Meister. Täglich gab es sieben bis acht Neueintritte. Rund 3400 Mitglieder zählt jetzt der Landesverband. Von dem guten Wahlergebnis der Liberalen gehe offenbar eine Aufbruchstimmung aus, sagte Meister. Die FDP hatte bei der Bundestagswahl mit 11,5 Prozent ihr bestes Ergebnis seit 1990 erreicht.

Die Grünen freuen sich ebenfalls über wachsende Unterstützung. Eine konkrete Zahl zu neuen Mitgliedern in dieser Woche konnten sie aber nicht nennen. Die Angaben würden nicht tageweise erfasst, sagte eine Sprecherin. Bereits seit dem Frühjahr wurden dort aber rund 200 Menschen aufgenommen. Insgesamt gehören den Grünen nun 4250 Mitglieder an. Die Grünen haben bei der Bundestagswahl um mehr als drei Prozentpunkte auf 17,4 Prozent zugelegt und damit ebenfalls ihr bestes Ergebnis seit der Wiedervereinigung erzielt.

Bei der CDU werden die Angaben über Eintritte in den Kreisverbänden registriert. Gesamtzahlen konnte ein Parteisprecher deshalb nicht nennen. Die Union war mit 22,8 Prozent siegreich aus der Bundestagswahl in Berlin hervorgegangen. Mit einem Zugewinn von 0,8 Prozentpunkten konnte sie aber kaum vom Einbruch der SPD profitieren.

(ddp)

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