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Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt investiert Millionen

Göttingen (ddp-nrd). Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) will mit Millionen-Investitionen seinen Forschungs-Standort Göttingen weiter ausbauen. Unter anderem würden in den nächsten Monaten eine einzigartige Tunnel-Simulationsanlage und eine Seitenwind-Versuchsanlage für Züge gebaut, sagte am Donnerstag der Leiter des DLR-Institutes für Aerodynamik und Strömungstechnik, Andreas Dillmann. Dafür stünden allein in diesem Jahr 14 Millionen Euro zur Verfügung. Diesen Artikel weiter lesen

Die Tunnel-Simulationsanlage solle «nach Art eines römischen Katapultes» Zugmodelle auf eine Geschwindigkeit von 400 Stundenkilometern katapultieren, erläuterte Dillmann. Dann werde mit modernster Messtechnik untersucht, wie sich die Aerodynamik von Hochgeschwindigkeitszügen in Tunneln verhalte. Für die in Europa einzigartige Anlage gebe es bereits erste Bestellungen von Unternehmen, sagte Dillmann.

Mit der Seitenwind-Versuchsanlage könne simuliert werden, welche Kräfte und Drücke bei starkem Seitenwind auf einen Zug wirkten. Mit einer weiteren neuen Anlage will das Zentrum in Göttingen das Weltraum-Vakuum möglichst realistisch nachbilden. Darin würden die zukünftig in der Raumfahrt eingesetzten elektrischen Antriebe erforscht.

Ein neues und effizientes Testverfahren zur Zulassung von Flugzeugen hat das Göttinger DLR-Institut für Aerolastik nach Angaben seines Leiters Lorenz Tichy entwickelt. Der Test erfasse eine Vielzahl von Schwingungsformen wie Flügelbiegung und -verdrehung bereits beim Rollen des Flugzeugs und sei wegen des Wegfalls einer größeren Messausrüstung deutlich schneller als die herkömmlichen Verfahren.

Vor kurzem hatte die DLR in Göttingen einen in Deutschland einmaligen Windkanal für mehr als vier Millionen Euro modernisiert. Der «Transsonische Windkanal Göttingen» wird für die Erforschung künftiger Raumfahrzeuge, Flugzeuge und Hubschrauber eingesetzt. Zudem werde Göttingen auch Standort des zentralen DLR-Archivs, sagte Bibliotheks-Chef Ulrich Heidemann. Darin würden historische Bestände aus den Anfängen der Fliegerei ebenso aufgenommen wie «Meilensteine der jüngeren Luftfahrtforschung.»

Die DLR ist das Forschungszentrum der Bundesrepublik Deutschland für Luft- und Raumfahrt. In 28 Instituten und Einrichtungen sind bundesweit rund 5.600 Mitarbeiter beschäftigt. Der Standort Göttingen mit derzeit etwa 400 Beschäftigten gilt als Ursprungsort der Luftfahrtforschung. In der Universitätsstadt wurde 1907 die Aerodynamische Versuchsanstalt als Vorläufer der DLR gegründet.

(ddp)

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