München (ddp-bay). Wenige Tage vor der Bundestagswahl ist in Bayern ein Streit um den Ausbau der Kinderbetreuung entbrannt. Bayerns Sozialministerin Christine Haderthauer (CSU) forderte die Kommunen am Dienstag auf, beim Ausbau «aufs Tempo zu drücken». Insbesondere kritisierte sie die Großstädte München und Nürnberg für ihr mangelndes Engagement. Münchens Oberbürgermeister Christian Ude (SPD) wies die Vorwürfe als «groteske Verdrehung der Tatsachen» zurück. Diesen Artikel weiter lesen
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Haderthauer stellte in Aussicht, dass im Freistaat Ende 2012 eine Bedarfsdeckung bei der Betreuung von unter Dreijährigen erreicht werde. Der für Bayern notwendige Versorgungsgrad liegt nach Berechnungen des Deutschen Jugendinstituts bei durchschnittlich 31 Prozent. Der Ausbau werde seit eineinhalb Jahren vorangetrieben, bereits jetzt liege die Bedarfsdeckung bei 20 Prozent, erläuterte die Ministerin. Allerdings gebe es regionale Unterschiede, da jede Kommune selbst den Bedarf ermittle.
In diesem Zusammenhang kritisierte sie die Großstädte München und Nürnberg. «Hier besteht die größte Nachfrage.» München habe jedoch nur einen Bedarf von 25 Prozent bei den Kinderkrippen ausgewiesen. Laut Haderthauer zeugt dies von «unseriöser Planung und mangelndem Engagement.» Auch die Quote in Nürnberg lag zu Jahresbeginn mit 14 Prozent noch deutlich unter dem bayerischen Durchschnitt. «Ich wünsche mir von beiden Städten eine Vorreiterrolle, nicht ein Hinterhertrödeln», betonte Haderthauer. Bayern sei dynamisch beim Ausbau der Kinderbetreuung und im Bundesvergleich spitze, gerade auch beim Abruf von Bundesmitteln. «Wenn München nicht so ein Bremsklotz wäre, wär´s noch besser.»
Ude wehrte sich entschieden gegen die Vorwürfe Haderthauers. «München ist mit der Hälfte aller bayerischen Krippenplätze bei einem Bevölkerungsanteil von einem Zehntel einsame Spitze bei der Kleinkinderbetreuung», sagte Ude. München habe jetzt schon mit 11 000 Plätzen für Kinder unter drei Jahren einen Versorgungsgrad von 27,8 Prozent erreicht. Bereits Ende 2010 wolle der Münchner Stadtrat eine Versorgungsquote von 33 Prozent erreichen. Da der Stadtrat erkannt habe, dass der Bedarf in Großstädten größer sei als im Bundesdurchschnitt, strebe er sogar einen Versorgungsgrad von 43 Prozent an, stellte Ude klar. «Deshalb sieht es die Stadtratsmehrheit in der Tat weiterhin als Schwerpunktaufgabe an, die Kinderbetreuung beispielgebend auszubauen.»
(ddp)




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