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Atze im Kino

Berlin (ddp). Die Idee eines Kinofilms mit Atze Schröder in der Hauptrolle hatten der gelockte Komödiant und sein befreundeter Regisseur Sven Unterwaldt schon lange. «Aber wir haben drei, vier Jahre nach einem geeigneten Sujet gesucht», sagt der Filmemacher («7 Zwerge»). Erst der Vorschlag von Autor Michael Gantenberg, Atze in den Zweiten Weltkrieg zu verfrachten, erschien den Machern als ideal. Herausgekommen ist mit «U-900» eine achtbare Parodie und Hommage zugleich an Wolfgang Petersens Epos «Das Boot», die nicht auf Atzes Ruhrpott-Mutterwitz verzichtet. Diesen Artikel weiter lesen

«Wir sind alle große Fans des Originalfilms. Für mich ist er als U-Boot-Film nach wie vor unübertroffen», sagt Unterwaldt. Als Kontrast dazu habe die populäre Figur Atze mit den Nazis, Autoritäten und Gehorsam so gar nichts am Hut. Unterwaldt sowie Gantenberg («Alles Atze!») und sein Kollege Oliver Ziegenbalg («Kein Bund fürs Leben») lassen ihn 1944 als Schwarzmarkthändler im Nazi-Deutschland agieren.

Mit seinem jüdischen Kumpel Samuel (Oliver Wnuk) wartet Atze in Essen-Kray auf das Eintreffen der Amerikaner, als sie gemeinsam mit der Schauspielerin Maria (Yvonne Catterfeld) in ein irrwitziges Abenteuer geraten: Der deutsche Generalstab will das letzte verfügbare U-Boot, die U-900, in geheimer Mission von Toulon nach Warnemünde schicken. Da legt sich Atze ausgerechnet mit dem für den Einsatz verantwortlichen General Strasser (Jürgen Schornagel) an.

Atze muss fliehen und kapert gemeinsam mit Samuel und Maria die U-900, wobei sich der Protagonist als der legendäre Kapitänleutnant Rönberg ausgibt. Auch wenn er von der Seefahrt keine Ahnung hat, scheint Atze zunächst für jedes Problem eine Lösung parat zu haben. Doch schon bald wird die U-Boot-Mannschaft misstrauisch, denn ihr «Kaleu» gibt äußerst unkonventionelle Befehle.

In typischer Atze-Manier jagt in «U-900» eine unmögliche Situation die nächste, die in den Münchner Bavaria-Studios, in Rom und auf Malta inszeniert wurden. Dabei funktioniert die Versetzung des Ruhrpott-Proleten in die Kriegszeit erstaunlich gut und ohne Verluste seines über die Jahre erworbenen Humors. «U-900» lebt jedoch weniger von einem Gagfeuerwerk als von der Handlung. Diese orientiert sich nur grob an Petersens Original, das offensichtlich aus Ehrfurcht unangekratzt bleibt. Dafür gönnt Unterwaldt dem Hamburger Jan Fedder als einzigem Mitglied der Ur-Besatzung einen amüsanten Gastauftritt.

Ein weiterer Pluspunkt des Spektakels ist, dass Atze auch anderen Figuren Raum zur Entfaltung lässt: Dabei können Schornagel als perfider General, Götz Otto als linientreuer Nazi und Christian Kahrmann als trotteliger Handlanger überzeugen. Wnuk («Stromberg») und Catterfeld («Eine Frau wie Romy») hingegen bleiben blass in der Geschichte, der es darüber hinaus weitgehend an Schärfe fehlt.

(«U-900», Komödie, Deutschland 2008, 95 Minuten, FSK: ab 6, Regie: Sven Unterwaldt, Darsteller: Atze Schröder, Oliver Wnuk, Yvonne Catterfeld, Jürgen Schornagel, Götz Otto, Christian Kahrmann, u.a.)

Kinostart: 9. Oktober 2008

(ddp)

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