Nach Unterschieden zwischen West und Ost in Deutschland wird 20 Jahre nach dem Mauerfall noch immer gesucht. Doch in vielen Bereichen lassen sich keine große Differenzen mehr ausmachen, so auch in der Gesundheit. Es gab zum Zeitpunkt der Wiedervereinigung zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der Deutschen Demokratischen Republik Unterschiede in fast allen gesundheitlichen Bereichen. Diese betrafen zum Beispiel die häufigsten chronischen Krankheiten, Gesundheitsrisiken wie den Konsum von Alkohol und Tabak, aber auch das Impfverhalten, die Qualität der gesundheitlichen Versorgung und letztlich die Lebenserwartung. Diesen Artikel weiter lesen
Laut dem Robert Koch-Institut (RKI) haben sich nach 20 Jahren gemeinsamer Entwicklung die Unterschiede in den meisten Bereichen deutlich verringert oder sogar angeglichen. So haben beispielsweise die körperliche Aktivität und das Sporttreiben in den Ost-Bundesländern deutlich zugenommen. Dort wurde vor 20 Jahren im Vergleich zum Westen wenig Sport getrieben. Mittlerweile liegen Ost und West fast auf dem gleichen Niveau. Bei der Ernährung verhält es sich ähnlich, doch dort sind noch wenige Differenzen feststellbar: Während im Osten mehr Obst, Fleisch, Fisch, Brot, Streichfette und Limonaden verzehrt werden als im Westen, verhält es sich mit Getreide- und Milchprodukten, Käse, Wasser, Kaffee und Tee umgekehrt.
Trotz eines veränderten Ernährungsverhaltens hat sich an der Verteilung der fettleibigen Menschen kaum etwas getan. Die Zahl war im Osten vor 20 Jahren deutlich höher als im Westen, und obwohl der Westen inzwischen etwas aufgeholt hat, liegt der Osten weiter in Führung. In Sachen erhöhtem Blutdruck konnten die östlichen Bundesländer allerdings ihre hohe Fallzahl verringern und liegen mit den westlichen Bundesländern nun auf einer Ebene.
Unterschiede lassen sich heute aufgrund der Entwicklung kaum mehr an den Landesteilen "Ost" oder "West" festmachen, sondern betreffen einzelne Bundesländer und kleinere räumliche Einheiten. Diese regionalen Unterschiede haben zumeist soziale Gründe: Die Gesundheitschancen sind laut RKI dort am geringsten, wo die Lebensbedingungen am schlechtesten sind. Sie ergeben sich oftmals aus einer ungleichen Verteilung von Bildung, Arbeitslosigkeit, Einkommen und Privatvermögen in den Bundesländern, Städten und Gemeinden.




Flusspferde töten Krokodil