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Was es mit gesundem Essen wirklich auf sich hat

Gesundes Essen ist gut. Dennoch garantiert eine gesunde Ernährung nicht unbedingt, dass Menschen schlank bleiben. Viele Mahlzeiten haben einige, mitunter versteckte Kalorien. Zudem ist mit Begriffen wie "Vollkorn" Vorsicht geboten. Diesen Artikel weiter lesen

Mit einer Schale Müsli starten Gesundheitsbewusste allmorgendlich in den Tag. Da es meist schnell gehen muss, greifen sie auf die vorgefertigte Frühstückspackung aus dem Supermarkt zurück. Die sogenannten Cerealien (geröstete Getreideflocken) versprechen eine schmackhafte Mahlzeit. Doch Vorsicht: Oftmals sind Müsli oder Frühstücksflocken gezuckert, Ernährungswissenschaftler sprechen gar von einer "Überzuckerung". Denn 100 Gramm Müsli bestehen mitunter aus einem Drittel Süßungsmittel - und das ist bekanntlich nur bedingt gesund, weil es unter anderem die Zähne schädigt und dick macht.

Das Wort "Vollkorn" verleiht Mahlzeiten den Adelsschlag. Der Gesundheitsvorteil steht dann für viele Käufer außer Frage. Doch Vollkorn ist nicht gleich voll Korn. In einem klassischen Brot müssen beispielsweise mindestens 90 Prozent Vollkorn stecken, damit es "Vollkornbrot" genannt werden darf. Bei anderen Produkten ist der Anteil deutlich geringer, Frühstücksflocken aus Vollkorn enthalten mitunter nur 30 Prozent Getreide. Woraus der Großteil der Flocken sich zusammensetzt, erfährt der potenzielle Esser nicht über entsprechend große Aufschriften. Ein Blick auf die kleingedruckten Zutatenlisten und Hinweisschilder wird nötig.

Käse gilt gemeinhin als reich an dem Mineralstoff Kalzium, der besonders wichtig für Zähne und Knochen ist. Allerdings variiert der Anteil je nach Sorte. In Hartkäse steckt beispielsweise besonders viel Kalzium, mit rund vier Scheiben Emmentaler decken durchschnittliche Erwachsene den empfohlenen Tagesbedarf von 1 000 Milligramm ab. Weicher Ziegenkäse dagegen hat in der Regel nur ein Fünftel der Kalziummenge, die Hartkäse aufweist - von ihm muss also wesentlich mehr gegessen werden, um den Tagesbedarf zu decken. Weil Käse aber auch Fett enthält, kann sich der Genuss auf die Dauer negativ auf die Figur auswirken.

"Bio" liegt im Trend. Bio-Rohrzucker als Alternative zum klassischen Süßungsmittel ist somit besonders gefragt. Aber Zucker bleibt Zucker, selbst wenn er aus biologischem Anbau gewonnen wird. Vor allem als Zutat von Plätzchen oder anderen Naschereien ist der vermeintliche Vorteil schnell dahin. Bio-Zucker sollte wie der "normale" Zucker nur in begrenzter Menge konsumiert werden. Verpönt bei gesundheitsbewussten Menschen ist dagegen Kokosnussöl. Wegen spezieller Fettsäuren gilt es als "Dickmacher". Im Gegensatz zu Oliven- und dem für Salate verwendeten Maiskeimöl soll es direkt in der Leber in Energie umgesetzt werden können. Deshalb sind etliche Verfechter der Ansicht, es würde sogar beim Schlankbleiben helfen können.

Ein bekanntes Sprichwort beschreibt die Situation rund um gesundes Essen recht zutreffend: Es ist nicht alles Gold, was glänzt. Gegen eine gesundheitsbewusste Ernährung ist nichts einzuwenden, doch müssen die Freunde entsprechender Kultur auf die einzelnen Produkte achten. Nur die tatsächlichen Zutaten und Mengenverhältnisse geben einen Aufschluss, was wirklich und in welchem Maße gesund ist. Zauberworte wie "Bio" oder "Vollkorn" versprechen viel, halten aber nicht alles. Nur die eigenhändige Zubereitung möglichst frischer Lebensmittel schützt vor Überraschungen. Benjamin Palm/mp

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