Jetzt strömen in Deutschland wieder viele Menschen in die Sauna-Anlagen der Wellness-Oasen. Doch gerade wo viele Menschen aufeinandertreffen, sind ein paar Regeln zu beachten, um miteinander auszukommen. Das gilt besonders für den Saunabereich, wo sich oft Fremde nackt begegnen. Diesen Artikel weiter lesen
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Korrektes Verhalten betrifft besonders die Hygiene. Grundsätzlich ist vor dem Betreten der Schwitzhütte eine gründliche Körperreinigung unter der Dusche angezeigt. Allerdings sind hierbei Aktionen wie Fußnägel schneiden oder rasieren tabu. In der Sauna selbst ist Rücksicht gefragt: Füllt sich der Raum, sollte man sich nicht mehr lang ausgestreckt auf der Holzpritsche räkeln, sondern freundlicherweise hinsetzen, damit die anderen Besucher einen Platz finden. Und auch beim Sitzen kann man aufgrund der Körperhaltung zu viel Raum einnehmen und den Nachbarn dadurch bedrängen. Daher ist darauf zu achten, in einer vollen Sauna nicht zu breitbeinig dazusitzen.
Ebenso wenig ist es nett, sich als später eintreffender Gast in eine gut besetzte Reihe zu quetschen. Voll ist voll; dann heißt es gehen und es zu einem späteren Zeitpunkt erneut versuchen: Der nächste Aufguss kommt bestimmt. Nach dem Schwitzen und der Abkühlphase im Freien ist ebenfalls zunächst eine Dusche fällig, bevor das Kaltwasserbecken aufgesucht wird. Auf keinen Fall darf man sich direkt nach dem Schwitzakt ins Becken stürzen, das ist höchst unhygienisch.
Im Anschluss an den ersten Saunagang ist meist eine Ruhepause angebracht. Ärgerlich ist es dann, wenn die dafür vorgesehenen Liegen mit einem Handtuch oder einer Tasche "reserviert" wurden. Deutsche Touristen sind für dieses Verhalten nicht nur auf Mallorca verschrien. In Saunaanlagen ist dieses Vorgehen ebenso unbeliebt wie in fernen Urlaubsländern. Wer wegen dieser Unart keine freie Liege findet, hat das Recht, das Reservierungshandtuch von der Liege zu nehmen und am nächstbesten Kleiderhaken aufzuhängen. Kommt es zu Beschwerden, kann mit einem Hinweis auf das egoistische Verhalten an das Saunapersonal verwiesen werden, das die Lage meist genauso einschätzt. In vielen Anlagen hängen bereits Schilder aus, auf denen darauf hingewiesen wird, dass das Liegenreservieren nicht erwünscht ist.
Unerwünscht sind auch sexuelle Anzüglichkeiten. Diese fangen beim gierigen Starren auf Geschlechtsteile an und können bis zu eindeutigen Handbewegungen oder gar Grapschattacken reichen. In diesen Fällen ist an sich ein sofortiges Informieren des Personals erforderlich. Sexuelle Handlungen und Darstellungen sind laut der Haus- und Badeverordnung verboten. Doch sexuell Belästigte - meist sind es Frauen - schämen sich oft, dem Personal den Vorfall zu melden. Sie können sich am besten an eine vertraute Person richten, idealerweise die Saunabegleitung, die sich wiederum ans Personal wendet. Die Übeltäter werden meist sofort der Anlage verwiesen und erhalten in der Regel Hausverbot.
All diese Punkte machen weltweit ein gutes Benehmen in der Sauna aus. Doch zwischen den Ländern kann es in mancherlei Hinsicht Unterschiede geben. So ist es beispielsweise in Deutschland absolut üblich, komplett entkleidet den Schwitzraum aufzusuchen. Schon in Frankreich ist die Freikörperkultur in der Sauna nicht mehr angezeigt, ebenso in den USA. Hier wird in Badekleidung sauniert. In Slowenien dagegen ist weniger stets mehr. Dort sind sogar Badelatschen in den Vorräumen verpönt.
Hierzulande wird zudem immer darauf geachtet, dass kein Schweiß auf das Holz tropft, weshalb ein ausreichend großes Handtuch mitzubringen ist. In Finnland darf man in dieser Hinsicht nicht empfindlich sein, denn dort wird auf jegliche Unterlage verzichtet. Auch geht es nicht überall in den Saunen so schweigsam zu wie in Deutschland. Im arabischen Raum ist ein Plausch im Hamam durchaus üblich. In Skandinavien wird das gemeinsame Saunieren gern mit Geschäftspartnern betrieben und beim Schwitzen ein Vertrag ausgehandelt. Unüblich in vielen Ländern ist das gemeinsame Saunieren beider Geschlechter in öffentlichen Saunen. Ganz besonders streng wird diese Regel in Südkorea befolgt. Hier gibt es keine Ausnahme, Männer und Frauen schwitzen getrennt. Bezüglich der Schwitztemperatur gilt übrigens eine Faustregel: Je höher die Durchschnittstemperatur im Land, desto niedriger die Temperatur in der Sauna. In Afrika zum Beispiel sind die Saunatemperaturen niedriger, als man es aus Deutschland gewohnt ist. Anders im frostigen Russland, dort liegen die gängigen Saunatemperaturen bei bis zu 115 Grad Celsius.




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