Die Krankheitserreger Chlamydien sind in Deutschland recht weit verbreitet. Bis zu 13 Prozent der sexuell aktiven Frauen unter 18 Jahren sind infiziert. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts sind in der Gruppe der 20- bis 24-jährigen Frauen sogar bis zu 20 Prozent betroffen. Diesen Artikel weiter lesen
Chlamydien sind Bakterien und werden auf sexuellem Wege übertragen. Beide Geschlechter sind hiervon betroffen. In seltenen Fällen verursacht die Erkrankung ein Brennen beim Wasserlassen und schleimig-eitrigen Ausfluss. Bei Frauen kommen noch Schmerzen im Unterleib und beim Sex hinzu. Doch in 80 Prozent der Fälle treten keine direkt bemerkbaren Beschwerden auf. Deshalb bleibt eine Infektion oft unerkannt und wird fast ausschließlich durch sexuelle Kontakte ohne Kondome weitergegeben.
Allerdings können die Folgen verheerend sein. Diese reichen bei Frauen von Entzündungen und Verklebungen bis zu Vernarbungen der inneren Geschlechtsorgane wie etwa der Eileiter, was zu Eileiterschwangerschaften und zur Unfruchtbarkeit führen kann. Tritt eine Unfruchtbarkeit nicht ein, kann bei einer unbehandelten Infektion eine werdende Mutter ihr Neugeborenes anstecken. Das kann beim Baby Lungen- und Augenerkrankungen hervorrufen, die bis zur Blindheit führen. Auch Männer stecken sich durch ungeschützten Sex an. Bei ihnen ruft das Bakterium in erster Linie eine Harnröhrenentzündung hervor. Zu den weiteren Folgen zählt eine Entzündung der Nebenhoden und der Prostata, wodurch ebenfalls die Fruchtbarkeit gefährdet ist.
Eine medizinische Behandlung bei einer Chlamydien-Infektion ist daher dringend erforderlich. Antibiotika leisten hier schnelle und effiziente Hilfe, Resistenzen sind bislang nicht aufgetreten. Als beste Vorsorgemaßnahme sollte bei häufig wechselnden Geschlechtspartnern stets ein Kondom benutzt werden. Gesetzlich krankenversicherte Frauen können bis zu einem Alter von 25 Jahren jährlich einen Test auf Chlamydien kostenlos in Anspruch nehmen.




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