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Programmiersprachen: Wofür sind sie gut?

In Programmiersprachen gibt es keine Muttersprachler. Mit ihnen beschreibt der Mensch seine Welt für den Computer und erteilt ihm Befehle. Jeder muss die Sprache dafür zuerst erlernen. Was zeichnet solche Programmiersprachen aus? Diesen Artikel weiter lesen

Wo Menschen kommunizieren, drohen Missverständnisse. Ihre Äußerungen bieten oft Raum für unterschiedliche Deutungen. Dass es nicht ständig zu kommunikativen Katastrophen kommt, liegt an unserer Intelligenz: Aus den vagen Sätzen unseres Gegenüber konstruieren wir einen leidlich präzisen Sinn. Und zunächst einmal reparieren wir die Sätze, die wir im Alltag hören oder lesen; denn viele von ihnen sind streng genommen grammatisch nicht korrekt.

Wer dagegen einem Computer Anweisungen in Form von Programmen geben will, hat es mit einem geistig extrem beschränkten Kommunikationspartner zu tun. Dem gehen die typisch menschlichen Fähigkeiten völlig ab, grammatische Mängel auszubügeln und die Bedeutung des Gesagten aus dem Kontext zu erschließen. Daher versteht er nur Äußerungen, deren Grammatik (Syntax) und Bedeutung (Semantik) höchsten Präzisionsanforderungen genügen.

Weil natürliche Sprachen dies kaum leisten könnten, gibt es Dutzende Programmiersprachen, beispielsweise Basic oder Java. Wer sie ohne Fachkenntnis liest, entdeckt einige vom Englischen her vertraute Wörter wie "while" und "read", aber größtenteils unverständliche Zahlen, Zeichenfolgen und Interpunktionen. Es kann Wochen und Monate dauern, sie einigermaßen flüssig zu beherrschen. Ein typischer Informatikstudent lernt vielleicht zwei oder drei im Laufe seines Studiums. Nach einigen Jahren oder Jahrzehnten büßen Sprachen oft stark an Bedeutung ein und werden von neueren verdrängt. So kam zum Beispiel in den Neunzigern Java auf, weil sich die Java-Programme in Web-Seiten integrieren ließen.

Wer selbstständig eine Fremdsprache lernen will, kommt mit einem Buch oder besser noch einem Lernprogramm gut über die anfänglichen Hürden. Bei Programmiersprachen ist das anders: Wer sich erstmals an die Aufgabe wagt, dem Computer Anweisungen zu geben, muss sich zunächst einmal an das präzise "algorithmische" Denken gewöhnen. Ein virtueller Marienkäfer namens Kara kann dabei helfen, weil er allein mit Mausklicks programmiert wird, ohne dass eine komplizierte Grammatik einer neuen Sprache zu lernen ist. Das auch für Kinder geeignete Kara-System darf jeder im Internet herunterladen (www.swisseduc.ch/informatik/karatojava/kara/). Anschließend kann er den Käfer in einer Welt aus Baumstümpfen, Kleeblättern und Pilzen auf einfachste Weise programmieren. Eine Variante namens KaraToJava ebnet dann auf Wunsch den Weg ins "richtige" Programmieren mit Java.

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