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Neue Therapien gegen diabetische Netzhautschädigung

Die Netzhaut der Augen kann durch eine Diabetes-Erkrankung geschädigt werden. Augenärzte sprechen dann von einer diabetischen Retinopathie. Diese kann zeitlich verzögert werden, wenn auf eine fettreduzierte Ernährung geachtet, drei Mal in der Woche Sport getrieben und auf Nikotin verzichtet wird. Außerdem sollte eine schrittweise Anpassung der Blutzuckerwerte, die Behandlung von Fettstoffwechselstörungen und das Einstellen des Bluthochdruckes an Normwerte erfolgen. Wie dies gelingt, haben jetzt Ärzte auf dem Kongress der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft (DOG) in Leipzig diskutiert. Diesen Artikel weiter lesen

Demnach können bestimmte Medikamente zur Regulierung von Blutfetten und Blutdruck vor einer diabetischen Retinopathie schützen. "Fenofibrat, das die Blutfette senkt, verlangsamt bei einer guten Stoffwechsellage zusätzlich den Verlauf einer Retinopathie so stark, dass viele Betroffene vorerst keine Laserbehandlung der Netzhaut benötigen", erklärte Professor Peter Wiedemann, Direktor der Universitätsaugenklinik Leipzig. Eine ähnlich schützende Wirkung werde mit neuen Medikamenten erzielt, die in die hormonelle Blutdruckregulierung eingreifen. Wissenschaftler haben festgestellt, dass der Wirkstoff Candesartan beim Typ 1-Diabetes einer Retinopathie vorbeugt. Beim Typ 2-Diabetes könnte der Wirkstoff das Fortschreiten des Augenleidens verlangsamen.

In der Therapie der Retinopathie ist eine Laserbehandlung der Netzhaut (Photokoagulation) seit vielen Jahren Standard. Dabei werden schlecht durchblutete Netzhautareale verödet. Das verhindert, dass neue Blutgefäße entstehen, die hauptsächlich für eine Erblindung verantwortlich sind. Zusätzlich kommen auch Medikamente zum Einsatz, die sich bei der altersbedingten Makuladegeneration (AMD) bewährt haben. So verhindert der Wirkstoff Ranibizumab bei der AMD, dass sich neue Blutgefäße und Flüssigkeitseinlagerungen in der Makula bilden, wo das schärfste Sehens auf der Netzhaut stattfindet. Der Stellenwert des Wirkstoffes als Ergänzung zur Laserbehandlung wird derzeit in einer Studie untersucht.

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