Medikamente haben häufig Nebenwirkungen, nicht selten auch schwere Nebenwirkungen und manche geraten sogar in den Verdacht, Krebs auszulösen. Doch in diesem Fall ist es einmal anders: Das Diabetes-Medikament Metformin verringert die Wahrscheinlichkeit, an Krebs zu erkranken. Dies berichten Forscher der Universität Dundee in Schottland in der Fachzeitschrift "Diabets Care". Sie werteten Daten von Diabetes-Patienten aus, die mit Metformin behandelt wurden und verglichen diese mit einer Kontrollgruppe von Diabetikern, die kein Metformin einnahmen. Wegen der Wirkweise des Medikamentes wird die krebsunterdrückende Wirkung schon seit längerem vermutet. Diesen Artikel weiter lesen
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Das Präparat ist bei Patienten mit Diabetes Typ 2 das am häufigsten angewandte Medikament. Die schottischen Forscher sammelten Daten von 4 085 Diabetikern, die zwischen 1994 und 2003 erstmals damit behandelt wurden. 297 Patienten entwickelten im Untersuchungszeitraum eine Krebserkrankung. Verglichen wurden diese Daten mit 4 085 Diabetikern, die nicht mit Metformin behandelt wurden. Von ihnen erkrankten 474 Personen an Krebs. Unter Berücksichtigung verschiedener Einflussfaktoren wurde auf Grund dieser Daten eine verringerte Erkrankungswahrscheinlichkeit von 37 Prozent errechnet.
Die Forscher hoffen nun, Menschen mit hohem Krebsrisiko durch die vorbeugende Gabe von Metformin besser schützen zu können. Auch könnte bei Krebspatienten das Tumorwachstum zumindest gestoppt werden. Doch bis zur Anwendung von Metformin zur Krebsvorbeugung ist es noch ein weiter Weg: Klinische Studien an Menschen müssen die Wirkung bestätigen und vor allen Dingen das Spektrum der Nebenwirkungen abklären, das bei Nicht-Diabetiker nur unzureichend erforscht ist. So könnte beispielsweise die verstärkte Aufnahme von Zucker aus dem Blut bei Nicht-Diabetikern zur Unterzuckerung führen, zumal Metformin auch die Zuckerbildung in der Leber unterdrückt. Welche Folgen der durch Metformin simulierte, aber nicht vorhandene Zuckermangel in der Zelle von Nicht-Diabetikern hätte, ist ebenfalls noch völlig unklar. Dr. Detlef Wilkens/mp




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