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Mit dem Computer gegen Text-Plagiate

Die letzte Hürde vor dem Studienabschluss ist für viele Studenten eine umfangreiche wissenschaftliche Abhandlung. Das Internet hat dabei die Arbeit erleichtert: Eine Vielzahl von Informationen ist frei und schnell verfügbar. Schwarze Schafe nutzen dies jedoch aus: Sie kopieren einzelne oder gar gesamte Textpassagen und arbeiten sie verbotenerweise in das eigene Werk ein. Ein computerbasiertes Verfahren soll nun solche Plagiate automatisch entdecken und "Abschreiber" enttarnen. Diesen Artikel weiter lesen

Das Verfahren wurde von Christian Grozea vom Fraunhofer-Institut für Rechnerarchitektur und Softwaretechnik (FIRST) in Berlin entwickelt. Es vergleicht zunächst zwei Dokumente und bestimmt anhand eines numerischen Werts die Übereinstimmungsrate. Neben gesamten Texten werden auch kurze Passagen geprüft, die gegebenfalls durch Synonyme nochmals vom Original entfremdet wurden, um nicht aufzufallen. Die Dokumente werden dafür in 16 Zeichen lange Bruchstücke fragmentiert und verdichtet. Anschließend steht die Textverarbeitung und der Vergleich an. Durch die wachsende Prozessorleistung steigt die Arbeitsgeschwindigkeit, so dass im Idealfall die gesamte Suche beispielsweise innerhalb von zwölf Stunden an nur einem einzigen Computer durchgeführt werden könnte. In diesem ersten Schritt werden aber zunächst nur abgekupferte Abschnitte erkannt.

Die betroffenen Passagen in der Seminararbeit und deren Herkunft sind zu diesem Zeitpunkt noch unbekannt. Erst mit Hilfe einer sogenannten heuristischen Methode wird festgestellt, welcher Abschnitt geklaut wurde. Es folgt die Zuordnung zum Original. Außerdem können die abgeschrieben Stellen sichtbar gemacht werden, so dass direkt erkennbar ist, wie viele Passagen aus einem anderen Text entnommen wurden. Bei einer grafischen Darstellung weist ein einzelner, kleiner Punkt auf einen Treffer hin und ist gewöhnlich unkritisch, denn er entspricht einer zufälligen Dopplung. Bildet sich aus den Punkten eine Diagonale, ist es eine nahezu wortgetreue Kopie - der Student hat einfach nur abgeschrieben. Erscheint grafisch eine Wolke, hat sich der Autor zumindest die Mühe gemacht, durch Synonyme und Satzumstellungen den Text weitgehend zu entfremden. Dennoch liegt ein Ideenklau vor. Der Dozent muss aus den gewonnenen Erkenntnissen letzendlich entscheiden, inwiefern dies einem Vergehen entspricht und welche Konsequenzen daraus gezogen werden.

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