"Mitdenkende" Hightech-Chips werden offenbar den Alltag im Einzelhandel erleichtern. Die kleinen, elektronischen Sender könnten künftig Lebensmittel und andere Produkte kennzeichnen und via Funkverbindung unter anderem das Abkassieren erleichtern und die Diebstähle verringern helfen. Die Markierung entsprechender Produkte könnte laut Umweltbundesamt aber die Wiederverwertung erschweren. Diesen Artikel weiter lesen
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Das System der Kennzeichnung ist denkbar einfach: Wie unter anderem derzeit Verpackungen hochwertiger Rasierklingen oder teurer Parfüms könnten Lebensmittel mit einem kleinen mobilen Datenträger versehen werden, der mitunter den Strichcode zur Produkterkennung ersetzt. Er wiegt in der Regel zwischen 200 Milligramm und 1 Gramm. An der Kasse wird das Objekt dann berührungslos per Funk durch spezielle Lesegeräte erfasst. Ein Diebstahl wird dadurch erschwert, da ein Alarm beim Verlassen des Ladens mit einem nichtbezahlten Produkt ertönen könnte.
Die Technologie greift auf die sogenannte Radio Frequency Identification-Technik (RFID) zurück. Via Funk wird zwischen einem Transponder, auch "Tag" genannt, und dem Lesegerät kommuniziert. Studien zufolge wird die Verbreitung solcher Systeme künftig drastisch zunehmen, vor allem bei der Postzustellung und bei Einwegverpackungen insbesondere von Lebensmitteln. Noch beschränkt sich die Transponder-Technologie überwiegend auf personenbezogene Anwendungen wie beispielsweise Chips für die Ausfahrt an Parkhaus-Schranken.
Doch das Umweltbundesamt schlägt trotz der vermeintlichen Arbeitserleichterung bereits Alarm. Durch die direkte Kennzeichnung können die eigentlich wiederverwertbaren Produkte möglicherweise unbrauchbar werden. Denn ein Transponder besteht aus verschiedenen Stoffen wie unter anderem Nickel, Aluminium und Kupfer sowie diversen Klebstoffen. Wird der Sender direkt auf Glas- oder Plastikflaschen platziert, kann sich die Qualität des recycelten Rohstoffs verschlechtern. Bei Glas können beispielsweise Brüche oder Verfärbungen entstehen, so dass es nicht ein zweites Mal genutzt werden kann. Bei der Kunststoffverwertung verstopft der Klebstoff mitunter die Anlagensiebe und führt zu einer Störung, die Metalle behindern zudem die Verarbeitung. Eine Alternative könnte hierbei die Befestigung an der Banderole von Flaschen sein, so dass sich der Transponder ablösen und getrennt entsorgen lässt. Vor der Inbetriebnahme und Massenverbreitung der RFID-Technik sollten sich die Unternehmen also Gedanken zur Entsorgung machen.




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