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Forschung: Tabakpflanzen liefern HIV-Schutz

Tabakpflanzen könnten in einigen Jahren Menschen vor einer Infektion mit dem Aids-Erreger HIV schützen. Forscher des Fraunhofer-Instituts für Molekularbiologie und Angewandte Ökologie IME in Aachen arbeiten zurzeit in dem EU-Projekt "Pharma Planta" an der Herstellung eines entsprechenden Wirkstoffes, der aus gentechnisch veränderten Tabakpflanzen gewonnen wird. Diesen Artikel weiter lesen

Es geht dabei um den Antikörper 2G12, der sich an ein Eiweiß (das Protein gp120) auf der Oberfläche des Virus bindet. Dadurch kann der Aids-Erreger nicht mehr an die Immunzellen andocken, eine Infektion wird verhindert. Bislang werden diese Antikörper in Zellkulturen hergestellt, was jedoch aufwendig und teuer ist. Eine Alternative bieten die Tabakpflanzen, in denen sich Wirkstoffe deutlich kostengünstiger als in tierischen Zellen produzieren lassen. Damit sich die Antikörper demnächst aus Pflanzen ernten lassen, haben die Wissenschaftler das Gen für den Wirkstoff in das Erbgut einer Tabakpflanze eingeschleust. "Die gentechnisch veränderte Pflanze produziert beim Wachsen dann das neue Protein mit", erläutert Dr. Stephan Hellwig, Leiter der Herstellung am IME. Auf der Biotechnica in Hannover (6. bis 10. Oktober) präsentieren die Wissenschaftler erste Ergebnisse.

Wann der Wirkstoff in welcher Form beim Menschen eingesetzt werden kann, ist derzeit noch nicht absehbar. Aber es wäre der erste medikamentöse Schutz vor der todbringenden Infektion. Jedes Jahr stecken sich weltweit etwa 2,7 Millionen Menschen mit HIV an.

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