Frankfurt/Main (AP) GM-Chef Fritz Henderson kennt sich in Rüsselsheim aus: Der Manager mit dem Ruf eines erfahrenen Krisenmanagers war 2004 und 2005 Chef von General Motors Europe mit den Marken Opel, Vauxhall und Saab. Am Montag wollte «Fix-it-Fritz» (Bring es in Ordnung Fritz) in der Opel-Zentrale mit Management und Mitarbeitern über den Kurs des Autobauers sprechen. Diesen Artikel weiter lesen
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Der gern hemdsärmelig auftretende 51-Jährige tritt dort als Chef eines wieder selbstbewussteren Konzerns auf. Nach der Blitz-Sanierung in einem nur 40-tägigen Insolvenzverfahren und der Verstaatlichung fühlt sich der einst größte Autobauer der Welt nun stark genug, auf den Verkauf der deutschen Tochter zu verzichten und die Sanierung allein stemmen zu können.
Dabei müsse Opel den Großteil seines Finanzbedarfs von drei Milliarden Euro selbst tragen, kündigte Henderson Anfang November schon mal an. Europaweit dürften 10.000 Stellen gestrichen werden. Schon einmal hat Henderson ein solches Sparprogramm verantwortet: In seine Zeit als GM-Europe-Chef fiel der Umbau des Europageschäfts verbunden mit Kostensenkungen und dem Abbau von allein 9.500 Stellen bei Opel.
«Durchsetzungskraft eines US-Colonels»
Henderson, dem das Handelsblatt einmal die «Durchsetzungskraft eines US-Colonels» bescheinigte, kennt General Motors wie kaum ein Zweiter: Der Workaholic mit dem heute schütteren Haupthaar startete seine GM-Karriere 1984 mit einem Business-Diplom der Elite-Universität Harvard in der Finanzabteilung. Nach dem Einstieg 1984 folgten verschiedene Stationen im Ausland: Brasilien, Singapur und schließlich Europa. Anfang 2006 holte ihn der damalige Konzernchef Rick Wagoner als Finanzvorstand an den GM-Firmensitz nach Detroit zurück. Hintergrund war die sich dramatisch verschlechternde Lage.
Als Chief Operating Officer im GM-Vorstand für das Tagesgeschäft verantwortlich verhinderte Henderson aber auch als Nummer zwei im Konzern dessen Niedergang nicht. GM zog zwar die Notbremse, strich 30.000 Jobs in den USA und machte zwölf Werke dicht. Doch dann riss die Wirtschafts- und Finanzkrise den Autoriesen mit seiner Vielzahl von Marken und nach Einschätzung von Branchenexperten unmodernen Produktpalette endgültig in den Abgrund.
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