Frankfurt/Main (AP) Zwei Jahrzehnte nach dem Mauerfall hat der neue Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer eine Vernachlässigung von Straßen und Schienen in den alten Bundesländern beklagt. «Im Westen gibt es einen erheblichen Nachholbedarf», sagte der bayerische Politiker der «Welt am Sonntag». Jetzt sei die Zeit gekommen, um Versäumnisse aufzuholen. «Die Verkehrsinfrastruktur kann man nicht dauerhaft auf Verschleiß fahren», sagte er. Der CSU-Politiker begründete die Versäumnisse aus Solidarität mit den neuen Ländern. «Das war auch lange völlig richtig.» Diesen Artikel weiter lesen
Als drei besonders wichtige Projekte nannte Ramsauer den Ausbau des Kölner Autobahnringes, den sechsspurigen Ausbau der A1 und die Fertigstellung der ICE-Trasse zwischen Nürnberg und Berlin. Nachholbedarf sehe er auch bei vielen Autobahnen, deren Zustand häufig an die Nachkriegszeit erinnere. Nötig seien aber auch Ortsumgehungen. «Genauso klar ist: Die Verkehrsprojekte Deutsche Einheit werden zu Ende geführt. Ich bin schließlich Bundesverkehrsminister für ganz Deutschland», sagte Ramsauer.
Die FDP kritisierte ihn für seine Äußerungen. Die stellvertretende Bundesvorsitzende Cornelia Pieper sprach in der «Leipziger Volkszeitung» (Montagausgabe) von einem «geschmacklosen Beitrag». Beispielsweise habe Bayern im Rahmen der Straßenprojekte Deutsche Einheit allein 1,1 Milliarden Euro für den Ausbau der A9 erhalten.
Viel Stau um Köln
Der Kölner Ring ist weit über die Stadt hinaus als stauanfällig bekannt. Er besteht aus den Autobahnen A1, A3 und A4. Wegen der ständigen Staus soll der Ring im Westen auf der A1 und Süden auf der A4 auf sechs sowie im Osten auf der A3 auf acht Fahrstreifen ausgebaut werden. Der Ring hat eine Länge von gut 50 Kilometern.
Auch die A1 außerhalb von Köln ist vor allem zur Urlaubszeit als Staustrecke bekannt. Sie führt von der Ostsee über Hamburg, Bremen und das Ruhrgebiet nach Köln und von dort weiter nach Saarbrücken. Auf vielen Abschnitten wird schon zurzeit an der A1 gebaut.
Die ICE-Strecke zwischen Nürnberg und Berlin ist das Verkehrsprojekt Deutsche Einheit Nummer 8 und ist schon seit den 90er Jahren im Bau. Die Trasse zwischen Leipzig und Berlin ist fertig und größtenteils mit einer Geschwindigkeit von 200 Stundenkilometern befahrbar. Der Abschnitt zwischen Leipzig/Halle und Erfurt ist derzeit im Bau. Große Verzögerungen gibt es allerdings auf der sehr teuren Trasse nach Nürnberg, wo der Thüringer Wald mit Tunneln überwunden werden muss. Geht alles gut, könnten im Jahr 2017 dort Züge fahren.
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