Orlando (AP) Einen Tag nach dem Blutbad in Fort Hood hat ein offenbar psychisch gestörter Mann in seiner Ex-Firma in Orlando im US-Staat Florida um sich geschossen und einen Menschen getötet und fünf weitere verletzt. Der hoch verschuldete 40-Jährige wurde wenige Stunden später im Haus seiner Mutter festgenommen. Sein Anwalt beschrieb ihn als «psychisch sehr sehr kranken Menschen». Diesen Artikel weiter lesen
Auf die Frage von Reportern, warum er seinen Kollegen das angetan habe, antwortete der mutmaßliche Täter: «Weil sie mich haben verrotten lassen.» Seine Mutter entschuldigte sich bei den Opfern. Die tödliche Schießerei tue ihr sehr Leid, sagte Ana Rodriguez.
Einem Konkursrichter hatte der 40-Jährige kürzlich erklärt, er habe so wenig Geld, dass er nicht einmal seinen Sohn besuchen könne, der 30 Minuten entfernt wohne. In einem Sandwich-Laden an einer U-Bahn-Station verdiene er im Jahr weniger als 30.000 Dollar, verschuldet sei er mit 90.000. Rodriguez ist geschieden und verlor vor zwei Jahren seinen Job in der Firma, in der er am Freitag Amok lief.
Er ergab sich widerstandslos und entschuldigte sich für sein Verhalten. «Ich mache gerade eine schwere Zeit durch. Es tut mir Leid», sagte er laut Polizei. Sein Anwalt erklärte, Rodriguez habe massive finanzielle Probleme und sei vermutlich nicht mit seinem emotionalen Stress fertig geworden. Ein Haftrichter lehnte am Samstag seine Freilassung gegen Auflagen ab. In Untersuchungshaft stand er als selbstmordgefährdet unter Beobachtung.
Auf Stundenbasis in Sandwich-Laden beschäftigt
Er sei in seiner früheren Firma als Techniker grundlos entlassen und als inkompetent dargestellt worden, sagte Rodriguez laut Polizei. Nach eigenen Angaben war er eineinhalb Jahre lang arbeitslos, bevor er auf Stundenbasis in dem Sandwich-Laden anfangen konnte. Weil das Geld nicht reichte, meldete er sich erneut arbeitslos und warf seiner früheren Firma vor, seinen Bemühungen um einen neuen Job zu schaden.
Als Rodriguez dort zu schießen begann, liefen die Angestellten in Panik aus dem Gebäude, einige verschanzten sich auch in ihren Büros. Eine Mitarbeiterin in dem Büroturm sagte der Nachrichtenagentur AP, sie habe gerade zum Mittagessen gehen wollen. Da habe ihr eine Kollegin am Lift entsetzt zugerufen: «Hier wird geschossen! Geh zurück in dein Büro und bring dich in Sicherheit», sagte Gerry Gilgo. Rodriguez konnte zunächst fliehen, wurde dann aber von der Polizei im Haus seiner Mutter gestellt.
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