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Lob für beherztes Eingreifen von Polizistin in Fort Hood

Fort Hood (AP) Die USA haben am Wochenende die Polizistin, die den Amokläufer von Fort Hood außer Gefecht setzte, als Heldin gefeiert. Gleichzeitig mahnten US-Präsident Barack Obama und der Generalstabschef des Heeres, General George Casey, der muslimische Glaube des Täters dürfe nicht dazu führen, dass alle Muslime in den Streitkräften kritisch betrachtet würden. Es sei gerade eine der Stärken der US-Streitkräfte, dass es darin so viele Menschen aus unterschiedlichen Kulturen gebe. Diesen Artikel weiter lesen

Der Kommandeur von Fort Hood, Generalleutnant Bob Cone, hob hervor, dass die Polizistin Kimberley Munley den Schützen Nidal Malik Hasan mit vier Schüssen verletzt habe, obwohl sie selbst getroffen worden sei. Auch Obama sprach am Samstag von Heldentum, das die Schießerei beendet habe. Die 34-jährige Munley, eine Polizistin in Zivilkleidung, war am Donnerstag zufällig in der Gegend und binnen drei Minuten zur Stelle, als sie von dem Amoklauf in dem größten US-Militärstützpunkt erfuhr.

Die Ausbilderin für Scharfschützen traf auf den Täter und lieferte sich mit ihm einen Schusswechsel. Dabei wurde sie von mindestens drei Kugeln getroffen, zwei Mal ins linke Bein und einmal ins rechte Handgelenk. Dennoch konnte sie Hasan verwunden, so dass er überwältigt werden konnte. «Es war eine erstaunliche und entschlossene Leistung», sagte Kommandeur Cone. Munleys Zustand wurde als stabil beschrieben.

Obama warnte vor rassistischen oder religiösen Vorurteilen nach dem Vorfall und forderte Geduld bei der Aufklärung der Tat. «Wir können nicht vollständig wissen, was einen Mann zu so einer Sache treibt», sagte er in seiner wöchentlichen Radio- und Internet-Ansprache. «Wir haben das Schlechteste der menschlichen Natur in seiner deutlichsten Form gesehen. Zugleich sahen wir das Beste von Amerika», erklärte der Präsident weiter.

Viele Verletzte noch auf Intensivstation

Mit Blick auf den muslimischen Glauben und die palästinensische Herkunft Hasans hob Obama zugleich die Pluralität bei den Streitkräften hervor. Dort dienten Amerikaner völlig unterschiedlicher Herkunft. «Es sind Christen und Muslime, Juden, Hindus und Atheisten. Einwanderer oder Nachkommen von Einwanderern. Was sie teilen, ist ein einzigartiger Patriotismus.» Nach Angaben des Weißen Hauses nimmt Obama am Dienstag an einem Gedenkgottesdienst in Fort Hood teil.

Das Motiv für die Tat war am Wochenende weiter unklar. Kollegen Hasans in einem medizinischen Aufbaustudiengang hatten sich wegen dessen «antiamerikanischer Propaganda» beschwert. Von einer schriftlichen Eingabe sahen sie aber ab, da sie befürchteten, damit diskriminierend gegenüber Muslimen zu erscheinen.

Hasan stand Ende November die Entsendung nach Afghanistan bevor. Dem Einsatz der USA im Irak und in Afghanistan stand er ablehnend gegenüber, und als Militärpsychologe hatte er berufliche Schwierigkeiten.

Der 39-jährige Major tötete bei seinem Amoklauf 13 Menschen, 29 weitere und er selbst wurden zum Teil schwer verletzt. Zahlreiche der Opfer wurden am Wochenende noch im Krankenhaus behandelt, viele davon auf der Intensivstation. Hasan selbst musste nicht länger künstlich beatmet werden, wie am späten Samstagabend mitgeteilt wurde.

Hasan benutzte den Behörden zufolge eine schwerkalibrige Handfeuerwaffe, die er legal erwarb. Die FN 5.7 wird wegen ihrer Fähigkeit, mit spezieller Munition sogar schusssichere Westen durchschlagen zu können, auch «Cop-Killer» genannt.

Einen Tag nach dem Blutbad in Fort Hood schoss unterdessen ein offenbar psychisch gestörter Mann in seiner Ex-Firma in Orlando im US-Staat Florida um sich. Er tötete einen Menschen und verletzte fünf weitere. Der hoch verschuldete 40-Jährige wurde wenige Stunden später festgenommen.

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