Hamburg (AP) Bundesaußenminister Guido Westerwelle will noch in diesem Jahr nach Afghanistan reisen. Das kündigte er am Sonntag bei der Aufzeichnung der ARD-Sendung «Beckmann» an. Auf eine entsprechende Frage antwortete Westerwelle nach Angaben der Redaktion: «Man kann davon ausgehen.» Der Außenminister sprach den deutschen Soldaten und Aufbau-Helfern in Afghanistan Respekt für ihre Arbeit und ihren Einsatz aus. Diesen Artikel weiter lesen
Westerwelle fordert von der afghanischen Regierung mehr Korruptionsbekämpfung. «Wir können nicht so tun, als sei alles in einem idealen Zustand - überhaupt nicht, ganz im Gegenteil», sagte er. Bei seinen ersten Antrittsbesuchen habe er dieses für ihn wichtige Thema angesprochen: «Korruptionsbekämpfung ist eine Notwendigkeit, darin habe ich sehr Übereinstimmung mit allen Gesprächspartnern gefunden», sagte der FDP-Politiker.
Eine konkrete Jahreszahl für einen möglichen Truppenabzug wollte Westerwelle nicht nennen. Auch wenn er die Bedenken in der deutschen Bevölkerung hinsichtlich des Afghanistan-Einsatzes «sehr gut verstehen» könne, sei es seine Aufgabe, «dass keine kopflosen, undurchdachten Entscheidungen gefällt werden, die unsere eigene Sicherheit in Europa verringern». Zum jetzigen Zeitpunkt sei ein militärischer Rückzug keine Alternative: «Am selben Tag, im selben Monat würden die Taliban wieder die Macht haben», sagte der Minister. Afghanistan «würde das große Rückzugsgebiet des Terrorismus. Das ist die eigentliche Gefahr für uns und Europa.»
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