Rio de Janeiro (AP) Bei einer Gedenkveranstaltung für die Opfer der vor fünf Monaten abgestürzten Air-France-Maschine ist am Samstag in Rio de Janeiro deutliche Kritik laut geworden. Die französische Fluggesellschaft sei viele Antworten schuldig geblieben und habe auch vielen Angehörigen noch nicht die versprochenen Entschädigungen gezahlt, beklagte Nelson Marinho. Er verlor bei dem Unglück seinen Sohn und ist jetzt Vorsitzender einer Organisation der Familien brasilianischer Opfer. Diesen Artikel weiter lesen
Der Airbus A330 stürzte in der Nacht zum 1. Juni nach dem Start in Rio de Janeiro mit Ziel Paris vor der Nordostküste Brasiliens ins Meer. Dabei kamen alle 228 Insassen ums Leben, unter ihnen auch 28 Deutsche. Zu der von Air France ausgerichteten Gedenkveranstaltung kamen mehr als 150 Menschen, die Fluggesellschaft hatte nach eigenen Angaben rund 500 erwartet. «Wir wollen keine Gedenkfeiern», sagte Marinho.
Der französische Minister für internationale Zusammenarbeit, Alain Joyandet, kündigte eine Untersuchung darüber an, ob und warum einige Familien noch kein Geld erhalten hätten und ob Nicht-Franzosen anders behandelt worden seien. Im Juni hatte Air-France-Chef Phillipe Gourgeon erklärt, die Fluggesellschaft werde ohne jede Vorbedingung für jedes Opfer umgehend rund 16.000 Euro zahlen.
Die genaue Unglücksursache ist bislang immer noch unklar. Ein vorläufiger Bericht kam zu dem Schluss, dass das Flugzeug in einem Sturm bei hoher Geschwindigkeit mit noch intaktem Rumpf auf dem Meer aufschlug. Die Flugschreiber, die Aufschluss geben könnten, wurden bislang nicht gefunden.
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