Moskau (AP) Der russische Präsident Dmitri Medwedew sieht gute Chancen für ein neues Abrüstungsabkommen mit den USA bis Jahresende. An den Bemühungen um eine atomwaffenfreie Welt müssten sich allerdings auch andere Staaten beteiligen, sagte Medwedew in einem Interview des Nachrichtenmagazins «Der Spiegel». Diesen Artikel weiter lesen
Die Gespräche mit Washington über einen neuen Vertrag zur Begrenzung der strategischen Atomrüstung kämen gut voran, erklärte der Präsident. «Wir haben in jüngster Zeit ein recht ordentliches Tempo vorgelegt, auch weil die neue Administration in Washington dieses Thema zu ihren Prioritäten zählt - im Gegensatz zu früheren, für die schien strategische Abrüstung völlig uninteressant zu sein», wurde er zitiert. «Ende des Jahres könnten wir ein rechtlich verbindliches Dokument unterzeichnen.»
Bei anderen Nuklearstaaten «ist von solch einer Haltung nichts zu sehen», kritisierte Medwedew in dem Interview. «Selbst uns nahestehende europäische Partner teilen sie nicht», sagte er vor allem mit Blick auf Frankreich. Noch weniger Verständnis komme von den atomaren Schwellenländern, «und dann gibt es noch Länder, die zwar nicht zugeben, Nuklearwaffen zu besitzen, es aber auch nicht leugnen. Wir müssen uns überlegen, wie wir die alle überzeugen können, auf Nuklearwaffen zu verzichten.»
Russland und die USA verhandeln zurzeit über ein Nachfolgeabkommen für den 1991 unterzeichneten Vertrag zur Reduzierung der Strategischen Atomwaffen (START), der am 5. Dezember ausläuft. Die nächste Gesprächsrunde ist für (den morgigen) Montag in Genf geplant.
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