St. Andrews (AP) Die Finanzminister der wichtigsten Industrie- und Schwellenländer wollen weiter aktiv gegen die Folgen der globalen Wirtschafts- und Finanzkrise vorgehen. Die wirtschaftlichen und finanziellen Rahmenbedingungen hätten sich zwar verbessert, die Erholung sei aber noch nicht stabil und bedürfe weiter der politischen Unterstützung, hieß es am Samstag zum Abschluss eines G-20-Finanzministertreffens in St. Andrews in Schottland. Die hohe Arbeitslosigkeit sei weiterhin ein Grund zu großer Sorge. Die Minister sagten auch zu, sich auf dem Weltklimagipfel in Kopenhagen für ein «ehrgeiziges Ergebnis» einzusetzen. Diesen Artikel weiter lesen
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Der britische Premierminister Gordon Brown stellte sich in den Diskussionen hinter die Forderung Deutschlands und Frankreichs nach einer internationalen Finanzmarktsteuer. Eine Abgabe auf Transaktionen müsse ernsthaft in Betracht gezogen werden, um das Bankensystem gegen eine weitere Krise abzusichern, sagte Brown. Vorgeschlagen wurde auch, das Geld einzusetzen, um ärmeren Länder beim Umstieg auf klimafreundlichere Techniken zu helfen.
Bundeskanzlerin Angela Merkel versuchte bereits auf dem G-20-Gipfel in Pittsburgh, ihre Kollegen für die Idee einer Finanzmarktsteuer zu gewinnen, konnte aber keine konkreten Ergebnisse erzielen. Brown machte am Samstag klar, dass Großbritannien einen solchen Schritt nicht allein machen würde, sondern dass jede neue Steuer oder Abgabe nur mit einem globalen Abkommen durchsetzbar sei. Zudem seien darüber hinaus weitere Schritte zur Stabilisierung der Weltwirtschaft notwendig.
Schnelle Hilfe für Entwicklungsländer angemahnt
Großbritannien will auch noch vor dem Kopenhagener Klimagipfel im Dezember eine Einigung auf die Klimaschutzfinanzierung erreichen. Finanzminister Alistair Darling drängte seine Kollegen, den Kostenstreit umgehend zu lösen. Der Klimawandel sei ein «akutes Problem», sagte er zum Auftakt der Konferenz.
Die Aufteilung der Klimaschutzkosten für die Entwicklungsländer ist eine der Haupthürden für ein Kyoto-Folgeabkommen, das in fünf Wochen in Kopenhagen auf den Weg gebracht werden soll. Die EU schätzt, dass die ärmsten Länder ab 2020 jährlich 100 Milliarden Euro für Maßnahmen zur CO2-Reduzierung benötigen. Zwischen 22 und 50 Milliarden Euro davon müssten aus öffentlichen Mitteln finanziert werden.
Europa wäre bereit, davon ein Drittel zu übernehmen, unterstrich Bundeskanzlerin Merkel auf dem Brüsseler EU-Gipfel vor gut einer Woche. Die USA und andere wichtige Industriestaaten haben sich bislang aber noch nicht auf einen eigenen Beitrag festgelegt.
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