Essen (AP) Für die Rettung der Karstadt-Warenhäuser verzichten die Mitarbeiter auf Lohnzusatzleistungen in dreistelliger Millionenhöhe. Arbeitnehmervertreter und der Arcandor-Insolvenzverwalter einigten sich am Samstag auf entsprechende Eckpunkte für einen Sanierungsbeitrag der Beschäftigten. Die Arbeitnehmer seien bereit, 75 Prozent des Weihnachtsgeldes, des Urlaubsgeldes und der sogenannten tariflichen Vorsorgeleistungen auf ein Treuhandkonto einzuzahlen, sagte ver.di-Sprecherin Cornelia Haß der AP am Samstag. «Damit sollen die Voraussetzungen dafür geschaffen werden, das Unternehmen aus der Insolvenz herauszuführen und so viele Standorte wie möglich zu sichern.» Diesen Artikel weiter lesen
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Der Sprecher des Insolvenzverwalters Klaus Hubert Görg, Thomas Schulz, teilte mit, die Regelungen sollten rückwirkend ab 1. September gelten und eine Laufzeit von drei Jahren haben. Die Zugeständnisse hätten wahrscheinlich ein Volumen von 50 Millionen Euro im Jahr.
Statt bei bislang 19 werde nur noch bei 17-Karstadt-Häusern die Schließung geprüft, sagte Schulz weiter. Damit werde der Betrieb in mindestens 109 Filialen fortgesetzt. Wie viele am Ende geschlossen würden, hänge auch von Dienstleistern und Lieferanten ab. Dazu sagte Gewerkschaftssprecherin Haß: «Wir gehen davon aus, dass letztlich deutlich weniger als 17 Häuser geschlossen werden. Wir haben jedenfalls das Unsere dafür getan.» Man appellierte an die Besitzer der Karstadt-Immobilien, die Rettung des Kaufhaus-Konzerns «jetzt nicht durch überzogene Mietforderungen» zu gefährden.
Am Montag muss die ver.di-Tarifkommission den ausgehandelten Eckpunkten noch zustimmen. Am Dienstag will Klaus Hubert Görg auf der Gläubigerversammlung in Essen seinen Sanierungsplan für Karstadt vorlegen und damit die Weichen für den Einstieg eines möglichen Investors stellen.
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