Berlin (AP) Einen Monat vor der Weltklimakonferenz in Kopenhagen hat die Umweltschutzorganisation Greenpeace scharfe Kritik an Bundeskanzlerin Angela Merkel geübt. Das Engagement der CDU-Chefin sei mangelhaft, erklärte Klima-Experte Karsten Smid am Freitag in Berlin. «Die selbst ernannte Klimakanzlerin legt keine konkreten Finanzierungszusagen für internationale Klimaschutzprojekte vor und hat im Gegensatz zu anderen Regierungschefs nicht erklärt, nach Kopenhagen fahren zu wollen.» Diesen Artikel weiter lesen
Dazu sagte der stellvertretende Regierungssprecher Christoph Steegmans, Merkel habe sich den Gipfel-Termin im Dezember freigehalten, aber noch keine abschließende Entscheidung über ihre Teilnahme getroffen.
Smid befand, Merkel werde ihrer Führungsrolle beim Klimaschutz nicht gerecht. Das nationale Ziel Deutschlands, 40 Prozent der Treibhausgasemissionen zu reduzieren, scheine unter den jetzigen Bedingungen nicht realisierbar. Auch die Planung von bis zu 28 weiteren Kohlekraftwerken in Deutschland stehe diesem Ziel entgegen. «Zudem hat Merkel in Brüssel ambitionierte Bestrebungen bei den CO2-Grenzwerten im Automobilsektor verhindert», kritisierte der Greenpeace-Experte.
Auf dem Weltklimagipfel vom 7. bis 18. Dezember sollte eigentlich ein Nachfolgeabkommen für das 2012 auslaufende Kyoto-Protokoll vereinbart werden. Die UN-Delegierten erwarten inzwischen nur noch politisch, nicht aber rechtlich verpflichtende Emissionsziele.
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