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«Sir, dort drüben eröffnen sie das Feuer!»

Fort Hood/USA (AP) Die ersten Schüsse des Amoklaufs von Fort Hood in Texas fallen gegen 13.30 Uhr in einem Gebäude des Militärstützpunkts, in dem Soldaten vor oder nach einem Auslandseinsatz medizinisch untersucht werden. Ganz in der Nähe soll gleich unter Teilnahme zahlreicher Gäste eine Feierstunde für Absolventen einer Ausbildung stattfinden. Wenig später sind 13 Menschen von Schüssen eines Militärpsychiaters tödlich getroffen und 30 weitere verletzt. Diesen Artikel weiter lesen

Pfarrer Greg Schannep hat sein Auto neben dem Auditorium des Readiness Centers geparkt und will gerade zu der Feierstunde gehen, als ein Mann in Uniform auf ihn zueilt. «Sir, dort drüben eröffnen sie das Feuer!» ruft er. Zunächst denkt der Pfarrer, es handele sich um eine Übung. Doch dann hört er drei Salven und sieht Menschen, die eilig wegrennen. Und als der Mann, der ihn gewarnt hat, ebenfalls wegrennt, bemerkt er, dass dieser aus einer Wunde am Rücken blutet.

Polizei und Rettungskräften sind sofort zur Stelle und schicken die Umstehenden ins Innere des Auditoriums. Der gesamte Stützpunkt wird abgeriegelt, während nach dem Schützen gefahndet wird. Sanitäter beginnen umgehend mit der Versorgung von Verletzten. Einige Soldaten eilen herbei, reißen Teile ihrer Uniform zu provisorischen Bandagen, um verletzten Kameraden zu helfen. Generalleutnant Bob Cone lobt die rasche Reaktion der Soldaten: «Gott segne diese Soldaten. So schrecklich dies war, es hätte noch schlimmer sein können.»

Videoaufnahmen vom Tatort zeigen, wie bewaffnete Polizisten die Umgebung durchkämmen und hinter Gebäuden Deckung suchen. Sirenen heulen, eine Frauenstimme fordert die Menschen über ein Lautsprechersystem auf, sich in Sicherheit zu bringen. Die Schulen auf dem Stützpunkt werden abgeriegelt. Angehörige von außerhalb greifen besorgt zum Handy, um sich bei ihren Familienmitgliedern über die Vorgänge auf dem Stützpunkt zu erkundigen, doch sie kommen telefonisch nicht durch.

«In Übersee bist du darauf vorbereitet»

«Ich war verwirrt und einfach entsetzt», sagt Unteroffizier Jerry Richard. Der 27-Jährige arbeitet im Readiness Center, war aber während der Schießerei nicht im Dienst. «In Übersee bist du darauf vorbereitet. Aber hier kannst du dich nicht einmal selbst verteidigen.» In Fort Hood stationierte Soldaten tragen dort normalerweise keine Waffen.

Die Verletzten wurden auf Krankenhäuser in Zentraltexas verteilt, wie Generalleutnant Cone sagt. Der mutmaßliche Täter, nach Militärangaben der 39 Jahre alte Major Nidal Malik Hasan, wurde ebenfalls verletzt. Er wurde vier Mal getroffen und wird in einer Klinik künstlich beatmet. Er nutzte bei seinem Amoklauf zwei Pistolen, eine davon halbautomatisch. Sie gehörten nach Militärangaben nicht zu seinen Dienstwaffen.

Jamie und Scotty Casteel stehen vor der Notaufnahme im Krankenhaus von Temple und warten auf Nachricht über ihren Schwiegersohn Matthew Cooke, der unter den Verletzten ist. «Er wurde in den Unterleib getroffen, mehr wissen wir nicht», sagt Jamie Casteel. Cooke sei vor etwa einem Jahr vom Einsatz im Irak zurückgekommen, sagt sie. Die 19-jährige Amber Bahr wurde ebenfalls von Schüssen in den Bauch verletzt, ihr Zustand sei stabil, erklärt ihre Mutter, Lisa Pfund. Näheres wisse sie nicht. Und Ashley Saucedo sagt im Sender WOOD-TV, ihr Mann sei am Arm getroffen worden. Sie selbst und die beiden Kinder hätten ihr Haus in Fort Hood während der Schießerei nicht verlassen dürfen. Ganz ausgeschlossen war zunächst nicht, dass einige der Getroffenen im ersten Chaos möglicherweise nicht vom Täter, sondern von Sicherheitskräften angeschossen wurden.

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